ATP Tennis Wetten 2026: Wer anbietet, wer quotiert, wer zahlt

Updated Oktober 2026
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Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026

Ein leerer Tennisplatz mit Hartplatzbelag in der Morgendämmerung, das Netz im Gegenlicht und lange Schatten der Linien.
Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere; Dallas, Doha und München stiegen zu ATP-500-Turnieren auf.

Die ATP Tour 2026 beginnt am 2. Januar 2026 und endet Mitte November. Carlos Alcaraz gewann das Herreneinzel-Finale der Australian Open 2026 gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Wer auf diese Spieler und ihre Kollegen setzen will, hat in Deutschland genau einen legalen Weg: Anbieter mit Erlaubnis auf der GGL-Whitelist. Was dort steht, wie Quoten entstehen und welche Bedingungen an einem „Wettbonus“ hängen, schildert dieser Text.

Verantwortung beim Wetten auf die Profitour

Die ATP Tour läuft fast das ganze Jahr. Von Anfang Januar bis Mitte November reiht sich Turnier an Turnier, die Winterpause dauert seit 2012 sieben statt fünf Wochen. Wer regelmäßig spielt, kommt an einem strukturierten Rahmen nicht vorbei. Drei Bausteine greifen ineinander.

Zwei Tennisbälle und ein Schläger liegen auf der Grundlinie eines Hartplatzes, kleine Wassertropfen glänzen auf dem Belag.
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen.

Das Einzahlungslimit: Per Gesetz liegt die Obergrenze bei 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar über alle Anbieter hinweg. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass ein Wechsel des Anbieters dieses Limit nicht umgeht. Wer wirtschaftlich belegen kann, dass mehr drin ist, kann bei seinem Anbieter einen höheren Satz beantragen. Maximal 30.000 € sind möglich, und auch das nur für einen kleinen Kreis aktiver Spielender. Eine Selbsterklärung reicht nicht.

Die Sperrdatei OASIS: Jeder Anbieter auf der Whitelist prüft bei Registrierung und Anmeldung, ob eine Sperre vorliegt. Wer sich selbst sperrt, bestimmt die Dauer selbst, mindestens jedoch drei Monate. Wer ohne eigene Anweisung gesperrt wird, ist mindestens ein Jahr draußen. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind an OASIS nicht angeschlossen.

Der Panikbutton: Bei Kontrollverlust lässt sich sofort eine 24-Stunden-Sperre auslösen. Sie wirkt anbieterübergreifend, weil OASIS im Hintergrund läuft.

Was sich daraus für die Praxis ergibt: Die Kombination aus Einzahlungslimit und OASIS entlastet diejenigen, die ohnehin diszipliniert spielen, und bremst diejenigen, denen der Überblick entgleitet. Ein monatlicher Höchsteinsatz von 1.000 € bedeutet: Wer 50 € pro Wetteinsatz setzt, kommt auf zwanzig Wetten pro Monat, gleichmäßig verteilt. Wer mit höheren Einsätzen arbeitet, braucht die wirtschaftliche Nachprüfbarkeit gegenüber dem Anbieter. Die ATP-Saison 2025 umfasste 9 Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere; wer bei jedem Turnier eine Wette platziert, kommt allein in der regulären Saison auf über fünfzig Partien. Das verführt dazu, mehr zu setzen, als das Limit hergibt. Wer das spürt, sollte den Panikbutton drücken, nicht das Limit anheben.

Welche Wettarten es bei ATP-Tennis gibt

Drei Wettarten prägen den Tennismarkt, daneben gibt es Spezialmärkte, die je nach Anbieter variieren. Jede Quote enthält zwei Bestandteile: die Marge des Buchmachers und (bei den meisten lizenzierten Anbietern) die Wettsteuer.

Ein leerer Schiedsrichterstuhl am Spielfeldrand eines Tennisplatzes im Abendlicht, lange Schatten auf dem Belag.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der Matchsieger: Die Standardwette. Quote für Spieler A, Quote für Spieler B, fertig. Bei einem ausgeglichenen Match liegen beide nahe 1,90. Was die Quote verschweigt: Sie enthält die Marge des Hauses. Für eine Zwei-Wege-Wette mit Quoten 1,90 / 1,90 ergibt sich ein Quotenschlüssel von 95,0 % (1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,5263), was einer Marge von 5,0 % entspricht. Bei den meisten ATP-Matches in der Vorrunde liegt die tatsächliche Marge in einer Bandbreite von etwa 4 bis 7 %, abhängig vom Buchmacher und vom Marktvolumen. Bei großen Finals mit hohem Umsatz drückt die Marge, bei Außenseiterspielen in der ersten Runde zieht sie an. Was das für die Praxis heißt: Selbst wenn beide Spieler objektiv gleich stark sind, zahlt der Anbieter auf Dauer weniger als Einsatz und Quote vermuten lassen.

Satzwetten und Handicap auf Spiele: Wer auf den Sieger des ersten Satzes oder auf ein Handicap (zum Beispiel -3,5 Spiele) setzt, bewegt sich in Märkten mit drei oder mehr möglichen Ausgängen. Die Marge liegt hier meist höher als beim Matchsieger, oft zwischen 6 und 9 %. Ein Handicap bündelt das Risiko und verschiebt die Quote, kostet aber zusätzliche Marge.

Turniersieger und Langzeitwetten: Wer vor dem Turnier auf den Sieger setzt, wettet auf ein Feld von 32 oder 128 Spielern. Die Quoten sind nominell hoch, die implizite Marge ebenfalls. Die ATP Finals im November, an denen nur die besten acht Spieler der Saison teilnehmen, sind ein Sonderfall: Hier ist das Feld überschaubar, die Quoten niedriger, die Marge tendenziell dichter.

Kombiwetten: Mehrere Einzelwetten werden zu einer Wette verbunden, die Quoten multiplizieren sich. Eine Dreier-Kombi mit Quoten 1,80, 1,70 und 1,90 ergibt eine Gesamtquote von rund 5,81. Aber: Die Marge jeder Einzelwette schlägt durch. Bei einer angenommenen Einzelmarge von 5,3 % liegt die kombinierte Marge bei rund 14,8 %. Wer drei Wetten kombiniert, zahlt also nicht nur für das höhere Risiko, sondern auch für eine größere Buchmacher-Spanne. Kombiwetten lohnen sich rechnerisch nur, wenn der Buchmacher die Quoten besonders hoch ansetzt oder wenn der Spielende einen klaren Informationsvorsprung hat.

Was die Wettsteuer damit zu tun hat: Die Wettsteuer von 5,3 % auf den um die Steuer bereinigten Einsatz (rund 5,03 % des eingezahlten Betrags) wird vom Veranstalter an das Finanzamt abgeführt. Ob und wie der Anbieter sie an die Spielenden weitergibt, regelt jeder Anbieter selbst. Manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, manche schlagen sie auf die Quote, manche tragen sie selbst. Die Quoten, die der Anbieter anzeigt, sind also nicht in jedem Fall netto.

Spielplan und Beläge: Was die Tour 2026 prägt

Die ATP Tour 2026 umfasst drei große Schichten: Masters 1000, ATP 500 und ATP 250. Dazu kommen die vier Grand-Slam-Turniere, die allerdings nicht zur ATP Tour gehören, sondern vom Weltverband ITF veranstaltet werden, sowie die ATP Finals im November für die acht besten Spieler der Saison.

Masters 1000: Neun Turniere pro Jahr, die höchste Stufe unter den Grand Slams. Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid, Rom, das Canada Masters, das Cincinnati Masters, das Shanghai Masters und das Paris Masters. Preisgeld und Weltranglisten-Punkte sind am höchsten, die Felder am stärksten besetzt, die Quoten entsprechend eng.

ATP 500: Im ATP-Tour-Kalender 2025 waren es 16 Turniere. Dallas, Doha und München waren in dieser Saison zu ATP-500-Turnieren aufgestiegen. Hier spielen Top-Ten-Spieler oft gegen Weltranglisten-30 bis 50, die Quoten fallen unausgeglichener aus als bei Masters, die Marge tendenziell höher.

ATP 250: Das Einstiegsformat. Im ATP-Tour-Kalender 2025 waren es 30 Turniere. Oftmals auf kleinerem Belag, mit aufstrebenden Spielern und Ranglisten-50 bis 100. Hier entstehen die größten Außenseiter-Quoten, und hier ist die Buchmacher-Marge am weitesten.

Der Belag macht den Unterschied: Hartplatz, Sand und Rasen verlangen unterschiedliche Spielstile. Ein Sandplatzspezialist auf Rasen verliert regelmäßig gegen einen Rasenspezialisten, auch wenn die Weltrangliste es nicht hergibt. Wer die Quoten liest, sollte wissen, auf welchem Belag gespielt wird. Ein Außenseiter auf seinem Lieblingsbelag ist ein anderer Außenseiter als auf einem Belag, den er selten betritt.

Die Konsequenz für die Wettauswahl: Masters-1000-Turniere liefern die engsten Quoten und die größte Informationsdichte, ATP-250-Turniere die höchsten Quoten, aber auch die größten Überraschungen. Wer systematisch spielt, verteilt sein Risiko selten gleichmäßig auf alle drei Stufen, sondern wählt nach Belag, Formkurve und Spielgewohnheiten aus. Was ATP-250-Turniere nicht liefern, sind verlässliche Live-Quoten für jedes Spiel: Viele Anbieter bieten nur eine Auswahl live an, nicht das gesamte Feld.

GGL-Whitelist: Wer in Deutschland ATP-Wetten annehmen darf

Tenniswetten sind in Deutschland nur bei Anbietern mit Erlaubnis zulässig. Die Erlaubnis erteilt seit dem 1. Juli 2021 die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige verlässliche Prüfung, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat. Stand 2. Oktober 2026 führt die Liste 30 Einträge, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei reine Pferdewetten-Anbieter.

Was die Whitelist leistet und was nicht: Sie listet ausschließlich Domains mit deutscher Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist noch nichts. Wer auf der Whitelist steht, hat die Erlaubnis zur Vermittlung und Veranstaltung von Sportwetten im Internet. Wer nicht auf der Whitelist steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Wirkung.

Was bei einem unerlaubten Anbieter passiert: Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten. Wer dort spielt, hat keinen deutschen Rechtsschutz: Kein OASIS, kein LUGAS, keine Einzahlungslimits, keine insolvenzgeschützten Spielergelder. Was bleibt, ist die zivilrechtliche Möglichkeit, verlorene Einsätze zurückzufordern. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hielt EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten; eine Ausnahme gilt, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist kein Freifahrtschein, sondern eine offene Rechtsfrage.

Was die Whitelist über den Anbieter verrät: Den Inhaber der Erlaubnis (eine Limited aus Malta in den meisten Fällen, nicht den deutschen Betreiber), das Datum der Erst- und Folgeerlaubnis, die Domain. Sie verrät nicht, wie gut der Anbieter quotiert, wie schnell er auszahlt, wie kundenfreundlich sein Service ist oder welche Bonusbedingungen er stellt. Für all das ist die Whitelist das falsche Instrument.

Live-Wetten auf ATP-Matches: Was erlaubt ist und was nicht

Live-Wetten sind während eines laufenden Spiels nur eingeschränkt erlaubt. Die GGL erlaubt sie gemäß § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis oder auf einzelne, seltene Komponenten wie den nächsten Satz. Was verboten ist: Wetten auf den nächsten Punkt. Was erlaubt ist: Wetten auf den nächsten Satz. Der Unterschied klingt klein, ist aber groß. Beim nächsten Punkt gibt es Dutzende pro Spiel, beim nächsten Satz nur wenige. Eine Wette auf den nächsten Punkt ließe sich innerhalb weniger Sekunden platzieren und wieder schließen, was die Tür für Manipulationen und Spielsucht weit aufstößt.

Wie das in der Praxis aussieht: Wer während eines Matches live wetten will, sieht im Wettschein in der Regel nur drei bis fünf Optionen: Matchsieger, nächster Satz, Handicap auf den nächsten Satz, manchmal Tiebreak ja/nein. Alles, was kleinteiliger ist (nächster Aufschlag, nächster Punkt, nächstes Spiel), bleibt ausgegraut. Das gilt für alle Anbieter auf der Whitelist gleichermaßen, weil es nicht am Anbieter liegt, sondern an der GGL.

Was das für Live-Wetten-Fans bedeutet: Wer auf Tennis mit vielen Live-Optionen setzen will, ist auf der Whitelist falsch. Wer mit drei bis fünf Märkten pro Spiel auskommt, findet das, was er braucht. Das Tempo bei Live-Wetten ist auf der Whitelist ohnehin ein anderes: Die Quoten aktualisieren sich langsamer als bei unerlaubten Anbietern, weil der Anbieter die Quotenberechnung an die Spielstände koppelt und an die erlaubten Märkte hält. Das schmälert die Marge des Anbieters, weil er weniger Wettvolumen bekommt, und es schützt die Spielenden vor impulsiven Entscheidungen.

Was bei Live-Wetten zusätzlich zu beachten ist: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Matches ausgezahlt. Wer also auf den nächsten Satz wettet, bekommt den Gewinn nicht sofort nach Satzende, sondern erst nach Matchende. Cash Out, also das vorzeitige Schließen der Wette, ist eine Funktion, die jeder Anbieter selbst anbietet oder nicht; eine gesetzliche Regelung dazu gibt es nicht.

Wettbonus rund um die ATP Tour: Was er kostet und was er bringt

Ein „Wettbonus“ ist in der Werbung der Anbieter ein weites Feld. Was dort „100 % Bonus“ heißt, ist in der Regel ein Einzahlungsbonus, der an Umsatzbedingungen hängt. Was „Gratiswette“ oder „Freebet“ heißt, ist ein Wettgutschein, dessen Einsatz bei einem Gewinn meistens nicht zurückgezahlt wird. Was „risikofreie Wette“ heißt, ist eine Wette, die bei Verlust als Freebet erstattet wird, nicht in bar. Wer nicht liest, was daruntersteht, zahlt am Ende mehr als er bekommt.

Wie ein typischer Einzahlungsbonus funktioniert: Der Anbieter verdoppelt die erste Einzahlung bis zu einer Obergrenze, sagen wir 100 €. Wer 100 € einzahlt, bekommt 100 € Bonusgeld. Das Bonusgeld ist nicht auszahlbar. Wer es auszahlen will, muss es vorher umsetzen. Die Umsatzbedingung lautet typischerweise: Bonus plus Einzahlung fünfmal zu einer Mindestquote von 1,80 umsetzen. Bei 200 € zu setzendem Betrag (100 € Einzahlung plus 100 € Bonus) sind das 1.000 € Umsatz. Bei einer durchschnittlichen Wettmarge von 5,3 % kostet das rund 53 € an erwartetem Verlust. Wer also 100 € Bonus bekommt und 53 € dafür „bezahlt“, landet bei einem Nettogewinn von 47 €, sofern die Wettsteuer nicht zusätzlich greift.

Wie eine Freebet zu bewerten ist: Eine Freebet von 10 €, die zu Quote 2,00 platziert wird, zahlt bei einem Gewinn 10 € × (2,00 − 1) = 10 € aus. Der Einsatz wird nicht zurückgezahlt. Der Wert der Freebet liegt also nicht bei 10 €, sondern bei 10 € × (2,00 − 1) / 2,00 = 5 €. Das ist der Erwartungswert bei ausgeglichenen Quoten. Bei einer Quote von 3,00 liegt der Erwartungswert bei 6,67 €, bei einer Quote von 1,50 nur bei 3,33 €. Eine Freebet zu niedriger Quote zu setzen, vernichtet ihren Wert.

Was ein „risikofreier“ Wettbonus tatsächlich ist: Die meisten Anbieter bezeichnen eine Wette als risikofrei, die bei Verlust als Freebet erstattet wird. Das ist nicht risikofrei, weil der erstattete Betrag nicht in bar, sondern als Freebet zurückkommt, deren Wert unter dem Ersteinsatz liegt. Wer eine 50-€-Wette risikofrei platziert und verliert, bekommt 50 € als Freebet zurück, die bei Quote 2,00 nur 25 € wert ist. Die Konsequenz: „Risikofrei“ klingt nach Versicherung, ist aber ein Bonus mit eingebautem Wertverlust.

Was der Mindestumsatz kostet: Jeder Bonus hat eine Frist, oft 30 oder 90 Tage. Wer den Umsatz in dieser Frist nicht erreicht, verliert den Bonus und alle damit erzielten Gewinne. Wer mit kleineren Einsätzen arbeitet, braucht mehr Wetten und damit mehr Zeit. Wer unter Zeitdruck gerät, spielt höhere Quoten als geplant, was die Marge vergrößert und den erwarteten Verlust erhöht. Was das in Euro bedeutet: Wer 1.000 € Umsatz in 30 Tagen leisten muss, kommt bei 50 € pro Wette auf zwanzig Wetten pro Monat. Bei 5,3 % Marge liegt der erwartete Verlust bei 53 €. Wer das in zehn Tagen schaffen will, muss 100 € pro Wette setzen, was die Verluste proportional hochzieht.

Was die ATP Tour mit Bonusbedingungen zu tun hat: Während der ATP-Saison von Januar bis November gibt es ständig Spiele, auf die sich die Umsatzbedingungen anrechnen lassen. Aber: Viele Anbieter zählen nur Wetten auf bestimmte Märkte (Matchsieger, Satzwetten) und schließen andere (Live-Wetten, Handicap) aus. Wer das nicht prüft, riskiert, einen Teil seines Umsatzes nicht angerechnet zu bekommen und am Ende die Frist zu reißen.

Zehn Anbieter für ATP-Tennis im Vergleich

Die folgende Tabelle listet zehn Anbieter, die auf der GGL-Whitelist (Stand 2. Oktober 2026) mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Sie sind kein Ranking. Sie zeigen, wer welche Erlaubnis hält, seit wann die Erlaubnis besteht, und damit den rechtlichen Rahmen, in dem ATP-Wetten dort ablaufen.

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Erste Erlaubnis
NEO.bet geführt (Sportwetten) Greenvest Betting Limited, Malta 09.10.2020
bwin geführt (Sportwetten) bwin (Deutschland) Limited, Malta 09.10.2020
Betway geführt (Sportwetten) Betway Limited 09.03.2021
Sportwetten.de geführt (Sportwetten) NetX Betting Limited, Malta 19.11.2020
Tipico geführt (Sportwetten) Tipico Co. Limited 09.10.2020
bpremium geführt (Sportwetten) Ladbrokes (Deutschland) Limited, Malta 09.10.2020
Interwetten geführt (Sportwetten) Interwetten Gaming Limited, Malta 02.11.2020
Wettarena geführt (Sportwetten) I.B.C. Sportsbetting Limited, Malta 09.10.2020
ODDSET geführt (Sportwetten) ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020
Tiptorro geführt (Sportwetten) Torro Tec Limited, Malta 30.06.2021

Die Folgeerlaubnis (zweite Genehmigung nach Ablauf der ersten Fünf-Jahres-Frist) wurde zwischen dem 15. und 27. Dezember 2022 erteilt. Die Whitelist führt kein Enddatum, weil die Erlaubnis nach § 4c Abs. 1 GlüStV jeweils fünf Jahre läuft und bei weiterer Genehmigung stillschweigend verlängert wird.

Was die Tabelle nicht zeigt: Quotenniveau, Wettprogramm-Tiefe bei ATP-Turnieren, Live-Streaming, Auszahlungsgeschwindigkeit, Bonusbedingungen. All das ist Sache des einzelnen Anbieters und gehört in dessen AGB.

NEO.bet

NEO.bet wird laut Whitelist von der Greenvest Betting Limited mit Sitz in Malta betrieben. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 22. Dezember 2022 erteilt. Der Anbieter tritt unter NEO.bet auf. Die Folgeerlaubnis platziert NEO.bet in die zweite Welle der Anbieter, die ihre Lizenz nach dem GlüStV 2021 erfolgreich verlängert haben, was für eine funktionierende Compliance-Infrastruktur spricht. Die Frage, wie tief das ATP-Wettprogramm ausfällt, welche Quotenmarge NEO.bet bei Masters-1000-Spielen nimmt und ob Live-Wetten auf den nächsten Satz angeboten werden, beantwortet der Anbieter auf seiner Plattform; hier ist nur die Erlaubnis dokumentiert.

bwin

Die Whitelist führt die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Erste Erlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022. bwin gehört zu den etablierten Marken im deutschen Sportwettenmarkt und tritt unter Bwin.de auf. Die Erlaubnis allein sagt nichts über Quotenqualität oder ATP-Programm. Wer die Quoten vergleicht, sieht sie am Markt: bwin liefert bei großen ATP-Matches oft eine Quote auf Außenseiter, die über dem Marktdurchschnitt liegt, was die Marge beim Favoriten erhöht. Das ist eine Beobachtung über das Wettprogramm, kein Versprechen. Was ATP-Wetten angeht, deckt bwin in der Regel Masters-1000- und ATP-500-Turniere vollständig ab, ATP-250-Turniere selektiv.

Betway

Betway wird laut Whitelist von der Betway Limited betrieben. Erste Erlaubnis am 9. März 2021, Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022. Die Marke tritt unter Betway.de auf. Betway bietet eine Cash-Out-Funktion: Beim Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Für ATP-Wetten heißt das: Wer nach dem ersten Satz merkt, dass die Wette kippt, kann sie vorzeitig schließen, sofern der Anbieter den Markt offen hält. Die Wettsteuer-Regelung (ob der Anbieter sie trägt oder an die Spielenden weitergibt) ist eine Sache der AGB, nicht der Whitelist.

Sportwetten.de

Die Whitelist führt die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta. Erste Erlaubnis am 19. November 2020, Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022. Der Name der Plattform und der Anbieter sind identisch: Sportwetten.de. Das ist ungewöhnlich, weil die meisten lizenzierten Anbieter unter einer Marke antreten, die nicht zugleich der Domainname ist. Hier fallen beide zusammen, was die Prüfung auf der Whitelist erleichtert, aber an der Spielmechanik nichts ändert. Für ATP-Wetten liefert Sportwetten.de das Standardprogramm.

Tipico

Die Whitelist führt die Tipico Co. Limited. Erste Erlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 9. Dezember 2022. Tipico tritt unter Tipico.de auf und gehört zu den sichtbarsten Marken im deutschen Markt, mit stationären Annahmestellen und App. Die Tipico-App bewirbt im Apple App Store „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein sowie Live-Wetten auch während laufender Spiele. Was ATP angeht, deckt Tipico die Tour vollständig ab. Die zivilrechtliche Frage, ob Tipico in Deutschland Einsätze aus der Zeit vor der Erlaubnis zurückzahlen muss, ist Gegenstand des beim EuGH anhängigen Verfahrens (Rechtssache C-530/24, Schlussanträge vom 19. März 2026). Das betrifft den Anbieter direkt; die laufende Erlaubnis bleibt davon unberührt.

bpremium

bpremium wird laut AGB von der Ladbrokes (Deutschland) Ltd betrieben, mit Sitz in Gzira, Malta, eingetragen unter der Registernummer C92799. Die Whitelist führt die Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 21. Dezember 2022. Die Marke gehört zur Entain-Gruppe und richtet sich an erfahrene Spielende; das Wettprogramm ist tief, der Quotenschlüssel tendenziell im oberen Drittel des Marktes. Für ATP heißt das: Auch ATP-250-Turniere sind in der Regel mit voller Marktpalette abgedeckt.

Interwetten

Die Whitelist führt die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Erste Erlaubnis am 2. November 2020, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Interwetten gehört zu den älteren Online-Sportwetten-Anbietern im deutschsprachigen Raum und tritt unter Interwetten.de auf. Die Plattform deckt ATP-Turniere über die Saison hinweg ab, mit Schwerpunkt auf Masters und ATP 500. Die Quotenmarge bei Live-Wetten ist nicht öffentlich dokumentiert; wer darauf wetten will, vergleicht sie am Markt.

Wettarena

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, betrieben. Erste Erlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 15. Dezember 2022. Die Plattform gehört zur Gauselmann-Gruppe, die auch in anderen Glücksspielsegmenten aktiv ist. Für ATP-Wetten ist Wettarena eine kleinere Marke im Vergleich zu bwin oder Tipico, was nicht heißt, dass das Wettprogramm dünn ist, sondern dass die Markenbekanntheit eine andere ist.

ODDSET

ODDSET tritt unter Oddset.de auf und wird laut Impressum von der ODDSET Sportwetten GmbH betrieben. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die GGL. Damit hebt sich ODDSET von den anderen Anbietern dieser Liste ab: Inhaber ist eine deutsche GmbH, nicht eine Malta Limited, und die Erlaubnis wurde nicht von der GGL direkt erteilt, sondern vom Regierungspräsidium Darmstadt, mit der GGL als Aufsicht. ODDSET ist die Marke des staatlichen Anbieterkonsortiums (Lotto-Toto). Das ATP-Wettprogramm ist solide, aber tendenziell auf Mainstream-Märkte fokussiert.

Tiptorro

Tiptorro tritt unter Tiptorro.de auf. Die Whitelist führt die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta. Erste Erlaubnis am 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited angeboten, die sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL beschreibt. Tiptorro gehört zu den neueren Marken auf der Whitelist; die ATP-Abdeckung folgt dem Standard.

Weitere Anbieter

Winamax bewirbt auf seiner Website „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus den Bereichen Fußball, Tennis und Handball vom 1. April 2025 bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Was die Werbung verschweigt: Eine Studie, die 45 % der untersuchten Spiele abdeckt, sagt nichts über die restlichen 55 %. „0 % Wettsteuer“ bedeutet, dass Winamax die Steuer selbst trägt, nicht die Spielenden. Das ist marketingtechnisch ein Vorteil, weil das Nettoergebnis einer Wette bei Winamax höher ausfällt als bei Anbietern, die die Wettsteuer an die Spielenden weitergeben. Winamax bietet zudem Winamax TV mit Live-Streams von ATP- und WTA-Turnieren, den Grand Slams, der NBA und der NFL. Ob Winamax in Deutschland eine GGL-Erlaubnis hält, lässt sich über die offizielle Whitelist der GGL prüfen.

Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes, mit einer bis zum 31. Dezember 2026 verlängerten Partnerschaft. Tipwin gehört damit in den Bereich Sportwetten-Sponsoring, weniger in den ATP-Bereich. Ob für Tipwin eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten vorliegt, lässt sich über die offizielle Whitelist prüfen.

Häufige Fragen

Welche Turnierstufen umfasst die ATP Tour, und wie unterscheiden sich Masters-1000-Turniere von ATP-500- und ATP-250-Turnieren für Wetten?

Die ATP Tour 2025 umfasste 9 Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Für Wetten bedeutet das: Je höher die Stufe, desto stärker die Felder, desto enger die Quoten, desto niedriger tendenziell die Marge des Buchmachers. ATP-250-Turniere bieten die höchsten Außenseiter-Quoten, aber auch die größten Überraschungen. Die vier Grand-Slam-Turniere gehören nicht zur ATP Tour, sondern werden vom Weltverband ITF veranstaltet.

Welche Wettarten gibt es bei ATP-Tennis, etwa Matchsieger, Satzwette oder Handicap?

Die Standardwette ist der Matchsieger. Dazu kommen Satzwetten (Sieger des ersten Satzes, Satzwette mit Handicap), Game-Handicap (zum Beispiel -3,5 Spiele), Über/Unter auf die Gesamtanzahl der Spiele, Tiebreak ja/nein, sowie Turniersieger-Wetten vor Turnierbeginn. Welche Märkte ein Anbieter live anbietet, ist durch § 21 Abs. 4 GlüStV begrenzt: Während eines laufenden Spiels sind nur Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Komponenten wie den nächsten Satz erlaubt. Wetten auf den nächsten Punkt sind verboten.

Wie wird eine ATP-Wette abgerechnet, wenn ein Spieler das Match vorzeitig aufgibt?

Die Abrechnung hängt von der Wettart ab. Beim Matchsieger wird in der Regel die Wette zugunsten dessen ausgewertet, der zum Zeitpunkt der Aufgabe geführt hat. Bei Satzwetten zählen nur die vollständig beendeten Sätze; ein zur Aufgabe laufender Satz wird in der Regel annulliert oder als unvollständig gewertet, je nach Anbieter und AGB. Bei Handicap-Wetten auf Spiele gilt: Nur beendete Spiele zählen, ein unvollständiges Spiel wird nicht gewertet. Wer sichergehen will, liest die AGB des Anbieters, weil die Regeln variieren.

Welche Live-Wetten sind bei ATP-Tennis in Deutschland erlaubt, und warum sind Wetten auf den nächsten Punkt ausgeschlossen?

Während eines laufenden Spiels sind gemäß § 21 Abs. 4 GlüStV nur Wetten auf das Endergebnis und auf einzelne, seltene Komponenten wie den nächsten Satz erlaubt. Wetten auf den nächsten Punkt sind ausgeschlossen, weil der nächste Punkt innerhalb weniger Sekunden fällt und das Manipulationsrisiko sowie das Suchtrisiko bei einer Wette mit so hoher Frequenz zu groß wären. Bei ATP-Live-Wetten auf der Whitelist sieht der Spielende daher typischerweise drei bis fünf Optionen, nicht zwanzig oder dreißig.

Wie ist ein Wettbonus rund um die ATP Tour zu bewerten, und was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote?

Ein „Wettbonus“ ist in der Werbung ein Sammelbegriff für Einzahlungsboni, Freebets und risikofreie Wetten. Ein Einzahlungsbonus (zum Beispiel „100 % bis 100 €“) ist an Umsatzbedingungen geknüpft: Der Bonus plus die Einzahlung muss mehrfach zu einer Mindestquote umgesetzt werden, typischerweise 5- bis 6-mal zu Quote 1,80 oder höher. Bei einer Marge von 5,3 % kostet das rund 5,3 % des Umsatzes an erwartetem Verlust. Eine Freebet zahlt bei Gewinn nur den Nettogewinn, nicht den Einsatz zurück, ihr Wert liegt unter dem Nennbetrag. Eine „risikofreie“ Wette wird bei Verlust als Freebet erstattet, was den Ersteinsatz nicht vollwertig ersetzt. Wer den Bonus will, liest die AGB, prüft die Frist und rechnet aus, ob der erwartete Verlust durch den Bonus aufgewogen wird.

Wie lässt sich prüfen, ob ein Anbieter für ATP-Wetten auf der GGL-Whitelist steht?

Die GGL führt eine offizielle Whitelist auf ihrer Website glücksspiel-behoerde.de. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert; der aktuelle Stand ist auf der Website der Behörde einsehbar. Wer prüft, ob ein Anbieter auf der Liste steht, schaut nach der Domain (zum Beispiel NEO.bet) und dem Inhaber der Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis. Eine Malta-, Curaçao- oder Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine Wirkung. Die Whitelist führt keine Quote, kein Wettprogramm, keine Bonusbedingungen, sondern ausschließlich die Erlaubnis.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalwetten.com»