Wettanbieter ohne Wettsteuer 2026: Wer die 5,3 % wirklich trägt
Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder

Auf fast jeder Sportwettenseite prangt irgendwo der Hinweis „0 % Wettsteuer“. Das klingt nach einem Geschenk. Es ist keins. Die Sportwettensteuer ist seit dem 1. Juli 2012 in Deutschland gesetzliche Realität, beträgt 5,3 % des Spieleinsatzes nach Abzug der Steuer selbst – also rund 5,03 % des gezahlten Betrags – und wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht von der Person, die tippt. Wer sie trägt, ist eine geschäftliche Entscheidung des Anbieters. Genau dort trennt sich das Marketing von der Realität.
Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht „wer hat 0 %?“, sondern „wo wird der Betrag abgezogen?“. Am Einsatz, an der Quote, am Gewinn, oder am Ende doch nirgendwo – und der Anbieter verzichtet auf Marge. Jede dieser vier Varianten verändert den Ertrag einer Wette in verschiedene Richtungen, und genau diese Varianten sind es, die der Vergleich auf dieser Seite auseinanderzieht.
Was die Sportwettensteuer ist – und was sie nicht ist
Die Sportwettensteuer fällt in Deutschland nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes an. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Wer 100 € auf den Wettschein setzt, zahlt davon rund 5,03 € Steuer. Die Person, die wettet, schuldet diese Steuer nicht – sie ist nach § 19 RennwLottG beim Veranstalter der Wette zu entrichten.

Dass die Werbung „0 % Wettsteuer“ trotzdem funktioniert, hat mit der Mechanik zu tun: Der Anbieter kann die Steuer in jede Richtung umlegen, in der ein Wettschein Zahlen zeigt – Einsatz, Quote, Auszahlung. Sie kann auch im Haus verschwinden, indem er auf einen Teil seiner Marge verzichtet. Es gibt keine Pflicht, sie an irgendeiner bestimmten Stelle sichtbar abzuziehen.
Drei Konsequenzen ergeben sich daraus:
Die Steuer ist von der Rechtslage zu trennen. Ein Anbieter, der sie korrekt abführt, ist nicht automatisch im Besitz einer deutschen Erlaubnis. Wer ohne Genehmigung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Sportwetten in Deutschland anbietet, betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel – unabhängig davon, ob die Steuer ans Finanzamt fließt.
Die Steuer ist vom Bonus zu trennen. Einzahlungsboni, Gratiswetten und Quotenboosts unterliegen eigenen Umsatzbedingungen. Wer seinen Ertrag ausrechnet, muss den Werbe-Bonus separat betrachten – er ist Marketing, kein Steuereffekt.
Die Steuer ist vom Quotenaufschlag zu trennen. Jeder Buchmacher kalkuliert in seine Quote einen Margenanteil ein. Das ist die Spanne zwischen fairem Preis und angebotener Quote und liegt marktüblich im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Steuer kommt on top – als fester gesetzlicher Betrag.
Die Einnahmen des Staates aus dieser Steuer sind nicht zu unterschätzen: 2023 flossen rund 409 Millionen Euro Sportwettensteuer in die Kassen, ein Rückgang um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr – und 116,8 % mehr als zehn Jahre zuvor, als 2013 erst 189 Millionen Euro eingenommen wurden. Auch wenn die Sportwettsteuer nur einen Teil der gesamten Glücksspielsteuer von rund 2,48 Milliarden Euro im Jahr 2023 ausmacht – sie ist die direkte Größe, die jeder Wettschein in Deutschland trägt.
Die vier Wege, wie die Steuer auf dem Wettschein auftaucht
Ein Blick auf den Wettschein zeigt nur, was die Plattform daraus gemacht hat. Hinter den Kulissen gibt es vier Wege, wie Anbieter die 5,3 % weitergeben. Jeder Weg verändert, was am Ende auf dem Konto landet.
Abschlag auf die Quote. Das ist die häufigste Variante unter deutschen GGL-Anbietern. Die Quote wird von Haus aus etwas niedriger angesetzt, sodass die Marge um die Steuer wächst. Beispiel: Statt 2,10 steht dort 1,98. Wer das nicht weiß, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Abzug vom Gewinn. Hier ist die Quote auf den ersten Blick konkurrenzfähig, dafür wird im Gewinnfall ein fester Prozentsatz vom Bruttogewinn abgezogen. Bei Sportingbet sind das nach § 17 RennwLottG 5 % des Bruttogewinns – Einsatz mal Quote –, die das Unternehmen einbehält. Bei Interwetten reduziert sich die Auszahlungsquote im Gewinnfall um 5,3 %, Cash-Out-Gewinne ausgenommen.
Ausweis auf dem Wettschein. Einige Anbieter zeigen die Steuer als eigenen Posten auf dem Wettschein – etwa bei der abschließenden Prüfung. Bei Wettarena heißt es dazu in den Spielrelevanten Informationen: Außer dem Wetteinsatz sowie der gesondert ausgewiesenen Steuer (rund 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer, entsprechend ca. 5,03 % des gezahlten Betrags) fallen keine weiteren Kosten für die Teilnahme an.
Übernahme durch den Anbieter. Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt und gleichzeitig auf der GGL-Whitelist steht, verzichtet bewusst auf einen Teil seiner Marge, um den Werbeeffekt zu erzielen. ODDSET etwa gibt an, weder Einsatz noch Gewinn mit einem Steuerabzug zu belegen – Gewinne würden auf den kompletten Einsatz ohne Abzug ausgezahlt. Winamax wirbt mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“.
Welcher Weg der günstigste ist, hängt von der Wette ab. Bei niedrigen Quoten schmerzt der Quotenabschlag am meisten, weil dort jeder Prozentpunkt überproportional zählt. Bei hohen Quoten ist der Gewinnabzug spürbarer. Die Übernahme durch den Anbieter ist rechnerisch immer vorne – vorausgesetzt, die Quote selbst hält dem Marktvergleich stand. Sie hat aber einen Preis: Sie subventioniert die Werbeaussage aus der Marge. Wer dort spielt, sollte die Quote besonders scharf vergleichen.
Rechenbeispiel: 100 € Einzelwett zu Quote 2,00
Eine Beispielrechnung zeigt, was die einzelnen Wege konkret bedeuten. Wer 100 € auf eine Wette zu Quote 2,00 setzt, würde im steuerfreien Idealfall 200 € zurückbekommen – Einsatz und Gewinn in einem.
Zieht der Anbieter die Steuer direkt vom Gewinn ab, ergibt sich bei einem Abzug von 5,3 % vom Bruttogewinn ein Auszahlungsbetrag von rund 195,30 €. Das sind 100 € Einsatz plus 100 € Gewinn abzüglich rund 4,70 € Steuer.
Rechnet der Anbieter die Steuer in die Quote ein, sieht die Wette so aus, als wäre sie um 5,3 % schlechter. Aus 2,00 werden rund 1,97. Gewinn: 100 € Einsatz mal 1,97 = 197 € zurück, davon 97 € Gewinn.
Übernimmt der Anbieter die Steuer, steht auf dem Wettschein 2,00 und am Ende 200 €. Davon muss der Anbieter jedoch rund 5,03 € Steuer ans Finanzamt abführen – aus seiner Marge. Wer dort spielt, spielt gegen eine Quote, die diese Subvention einschließt; die Subvention kann morgen wieder gestrichen werden.
Diese Spannweite zwischen 195,30 € und 200 € bei ein und derselben Wette ist genau der Punkt, an dem die Werbeaussage „0 % Wettsteuer“ plötzlich einen Preis hat: nicht an der Kasse, sondern an der Quote.
Wer in Deutschland überhaupt Sportwetten anbieten darf
Die rechtliche Seite regelt seit dem 1. Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag 2021. Er überträgt die Aufsicht über Sportwetten im Internet der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Erlaubnis wird nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV erteilt. Wer eine solche Erlaubnis hat, steht auf der amtlichen Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Wer nicht dort steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis – gleichgültig, welche Lizenz ein Anbieter aus Curaçao, Anjouan oder Malta mitbringt.
Die Whitelist ist zum Stand 02.10.2026 die einzige verlässliche Prüfung. Sie führt 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei Inhaber reiner Pferdewett-Erlaubnisse. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Umgekehrt beweist eine .de-Domain allein gar nichts: Eine Domain kann in Deutschland registriert sein, ohne dass dort eine deutsche Erlaubnis besteht. Wer wissen will, ob ein Anbieter legal arbeitet, schaut in die Whitelist und nicht in die URL-Leiste.
Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Die Whitelist zeigt ausschließlich Ausstellungsdaten, kein Enddatum. Wer ein Enddatum nennt, nennt etwas, das die Whitelist nicht hergibt.
Wer eine deutsche Erlaubnis besitzt, darf nicht alles anbieten. Erlaubt sind festgelegte Wetttypen auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorfälle im Spiel – als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1 GlüStV). Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten vorkommen. Das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Satz im Tennis ja; der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nein. Verboten sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – die GGL-Praxis stuft Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport ein –, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. E-Sports: Die GGL stellt klar, dass Wetten auf E-Sports nicht möglich sind, weil E-Sports nicht als Sport anerkannt wird. Es gibt in Deutschland keine lizenzierte E-Sports-Wette.
Was das alles mit der Steuer zu tun hat? Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten Blick sehr viel. Die Erlaubnis definiert, welcher Markt überhaupt zur Verfügung steht, und damit, auf welche Quoten sich der Wettende überhaupt vergleichen kann. Wer auf einem breiten Live-Markt spielen will, ist auf das angewiesen, was die GGL an Live-Wetten überhaupt zulässt – und auf das, was der Anbieter daraus macht. „0 % Wettsteuer“ nützt wenig, wenn das Wettprogramm darunter dünn ist.
Spielerschutz und Steuer – zwei Themen, kein Zusammenhang
Die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ lässt leicht vergessen, dass das, was den Wettenden am Ende am meisten kostet, keine Frage der Steuer ist. Der Spielerschutz gilt unabhängig vom Steuerthema: Werbung ändert weder das Verlustrisiko noch die geltenden Limits.

Seit dem 1. Juli 2021 gilt in Deutschland ein umfassendes Schutzsystem. Wer mitmachen will, muss volljährig sein (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist nur ein Konto mit vollständiger Verifizierung erlaubt (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen zulassen.
Das Einzahlungslimit (§ 6c Abs. 1) liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter. Es wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter darf für einzelne Personen ein höheres Limit festsetzen – bis zu 10.000 €, oder bis zu 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden – aber nur bei nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei LUGAS ausgeschlossen. Wer bei einem Anbieter spielt, kann nicht gleichzeitig bei einem anderen aktiv Wetten platzieren. Die Sperrdatei OASIS (§§ 8, 8a) wird bei Registrierung und Login abgefragt; eine Selbstausschluss dauert mindestens drei Monate, wenn die Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.
Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, ist an keines dieser Systeme angeschlossen. OASIS, LUGAS, die Verifizierungspflicht, das Einzahlungslimit – all das gilt dort nicht. Offshore-Anbieter können höhere Limits anbieten, weil sie an LUGAS nicht teilnehmen. Sie bieten aber auch keinen deutschen Schutzrahmen, falls etwas schiefgeht. Genau dieser Schutzrahmen ist der Grund, warum die GGL Verbraucherinnen und Verbraucher am 17. September 2026 ausdrücklich vor Angeboten wie „Platincasino“ gewarnt hat.
Zahlungen, Verifizierung und der eigene Name
Ein oft übersehener Punkt ist die Zahlungsseite. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV darf nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut eingezahlt werden. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen – das schließt Krypto-Zahlungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten Markt aus.
Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache – Sportwetten.de etwa listet Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash, jeweils ohne Gebühr, mit 10 € Mindestbetrag bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.
Was auf den ersten Blick wie eine Randnotiz aussieht, ist auf den zweiten Blick eine harte Mechanik: Wer kein Konto auf den eigenen Namen hat, kann bei einem lizenzierten Anbieter nicht einzahlen. Wer als Anbieter kein eigenes Treuhandkonto vorweisen kann, hat in Deutschland keine Erlaubnis.
Die zivilrechtliche Frage: Wer bekommt sein Geld zurück?
Die Frage, was mit verlorenen Einsätzen passiert, ist nicht nur eine Steuerfrage. Sie ist längst eine zivilrechtliche. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 in der Rechtssache I ZR 90/23 vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Im konkreten Fall fordert der Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück.
Am 19. März 2026 hat der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 seine Schlussanträge vorgelegt. Danach ist es grundsätzlich möglich, dass unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden – mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Die Schlussanträge sind kein Urteil, sie sind die Sicht des Generalanwalts. Ein Urteil steht noch aus. Wer aus diesem Verfahren jetzt eine konkrete Erstattung ableitet, liest die Aktenlage falsch. Wer aber bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, sollte wissen, dass diese Frage vor den europäischen Gerichten steht – und dass die Spielenden dort Kläger sind, nicht die Anbieter.
Werbeanreize, Boni und das Thema Steuer
Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus deckelt oder normiert. Beträge, Umsatzfaktoren und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen jedes Anbieters. Wer mit Bonus spielt, sollte prüfen, wie sich der Bonus auf den Wettumsatz auswirkt – und ob die Steuerlogik des Anbieters den Bonus beeinflusst.
Die Werbung selbst ist für Sportwetten weniger streng reguliert als für Slots, Online-Poker oder Online-Casinospiele. Der Werbebann zwischen 06:00 und 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 GlüStV gilt nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).
Dass Werbung und Bonus von der Steuer zu trennen sind, hat einen praktischen Effekt: Ein Anbieter, der „0 % Wettsteuer“ bewirbt, kann gleichzeitig strenge Umsatzbedingungen an seinen Bonus knüpfen. Die Frage, ob das Angebot am Ende günstig ist, entscheidet sich an den Bedingungen, nicht am Werbeversprechen.
Der Vergleich: Wie zehn GGL-Anbieter die Steuer behandeln
Die folgende Übersicht zeigt, wie die zehn im GGL-Whitelist registrierten Sportwetten-Anbieter die Steuer handhaben. Jeder von ihnen ist Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV zum Stand 02.10.2026. Die Spalten zeigen, was die Whitelist über jeden Anbieter öffentlich macht.
| Anbieter | Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| 888sport | Whitelist, Sportwetten | 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Betano | Whitelist, Sportwetten | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tiptorro | Whitelist, Sportwetten | Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas | Whitelist, Sportwetten | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Whitelist, Sportwetten | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist, Sportwetten | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist, Sportwetten | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Whitelist, Sportwetten | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist, Sportwetten | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bwin | Whitelist, Sportwetten | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Die Whitelist macht keine Aussage darüber, wie ein Anbieter die Steuer intern behandelt. Sie sagt nur: Hier ist eine Erlaubnis, die Domain, der Inhaber, das Datum. Wie die 5,3 % auf dem Wettschein landen, steht in den AGB oder in den Spielrelevanten Informationen des Anbieters.
Die Spalten sind absichtlich schmal. Wer wissen will, wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, muss in dessen eigene Bedingungen schauen – nicht in die Whitelist.
888sport – die Holding steht, die Quotenpolitik ist offene Auslegung
888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die ihre Aktie seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert hat. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis für 888sport ist auf die 888 Germany Limited ausgestellt, mit erster Erlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeausstellung vom 15.12.2022. Auf der Whitelist steht die Domain ohne Enddatum.
Wie die Steuer bei 888sport konkret verarbeitet wird, ist aus den öffentlich zugänglichen Bedingungen nicht eindeutig hervorgehoben. Die Tatsache, dass 888sport zur 888-Gruppe gehört, die ein börsennotiertes Unternehmen ist, sagt nichts über die deutsche Quotenpolitik aus.
Wertung: Wer auf eine bekannte Marke mit klarer Whitelist-Erlaubnis setzt, ist hier richtig. Wer eine transparente Steuerpolitik sucht, sollte vor der ersten Einzahlung in den Wettschein schauen.
Betano – der Quotenführer im Werbeversprechen
Betano gehört zur Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, und führt die deutsche Erlaubnis seit dem 19.02.2021. Die Folgeausstellung datiert auf den 16.12.2022. Betano wirbt im deutschen Markt mit „besten Quoten“ und gehört zu den Anbietern, die in Quotenvergleichen regelmäßig oben auftauchen.
Ob Betano die Steuer in die Quote einpreist, vom Gewinn abzieht oder selbst trägt, ist aus dem Marktauftritt allein nicht abzuleiten. Die Tatsache, dass Betano zu den quotenstärksten Anbietern zählt, kann sowohl ein Zeichen für eigene Margenverzichte als auch für eine aggressive Quotenstrategie sein – die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ wäre sonst schwer zu halten.
Wertung: Wer eine hohe Quote mit Bonusstandard erwartet, ist hier richtig. Die Frage nach der konkreten Steuerbehandlung gehört in den Wettschein, nicht in die Werbung.
Tiptorro – das Torro-Ökosystem
Tiptorro wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die deutsche Erlaubnis für Tiptorro datiert auf den 30.06.2021, mit einer Folgeausstellung am 27.12.2022. Tiptorro gehört zur Tipico-Gruppe.
Wie Tiptorro die Steuer behandelt, ist aus dem Marktauftritt nicht eindeutig. Was sich aus der App-Beschreibung ablesen lässt: Das Ökosystem ist eng – App, Wettprogramm, Kontoverwaltung laufen in einer Hand. Das vereinfacht die Frage, an welcher Stelle die 5,3 % anfallen.
Wertung: Wer ein durchgängig deutschsprachiges Ökosystem aus einer Hand sucht, ist hier richtig. Für die konkrete Steuerbehandlung gilt: Wettschein prüfen.
LeoVegas – junges Whitelist-Datum
LeoVegas führt die deutsche Erlaubnis erst seit dem 21.10.2024 und ist damit der jüngste Anbieter im Feld. Betreiberin ist die LVSports Limited. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 27.02.2023 – das ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und sagt nichts über die Sportwetten-Erlaubnis aus.
Das junge Whitelist-Datum bedeutet nicht, dass LeoVegas neu im Markt ist. Es bedeutet, dass die deutsche Erlaubnis erst 2024 erteilt wurde. Wie LeoVegas die 5,3 % umsetzt, ist aus den öffentlichen Quellen nicht eindeutig.
Wertung: Wer einen Anbieter mit kurzer deutscher Whitelist-Geschichte sucht, der aber bereits etabliert am Markt ist, findet ihn hier. Die junge Erlaubnis kann sich auf das Wettprogramm auswirken – wer ein vollständig ausgebautes Live-Programm erwartet, sollte das prüfen.
AdmiralBet – die österreichische Wurzel mit langer deutscher Geschichte
AdmiralBet gehört zur Greentube Betting Malta Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, mit Folgeausstellungen am 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28.09.2022.
AdmiralBet hat in Österreich eine längere Geschichte als in Deutschland. Die deutsche Whitelist-Erlaubnis besteht seit 2020, mit zwei Folgeausstellungen – ein Zeichen für aktive Aufsicht und Erneuerung. Wie die Steuer behandelt wird, ist aus den öffentlich zugänglichen Quellen nicht eindeutig.
Wertung: Wer einen Anbieter mit österreichischer Sportwetten-Wurzel und lizenzierter deutscher Erlaubnis sucht, ist hier richtig. Die Folgeausstellungen zeigen, dass die Aufsicht hier regelmäßig geprüft wird.
bpremium – die Ladbrokes-Schiene
bpremium gehört zur Ladbrokes (Deutschland) Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, mit einer Folgeausstellung am 21.12.2022. bpremium sitzt damit auf derselben Erlaubnis-Welle wie viele andere Anbieter im Feld – ein Hinweis auf die erste große Erlaubnis-Runde nach dem GlüStV 2021.
bpremium gibt in seinen Hilfeseiten an, dass Auszahlungsgebühren von der Zahlungsmethode abhängen; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Das ist eine Aussage zu Gebühren, nicht zur Steuer.
Wertung: Wer auf den britischen Mutterkonzern Ladbrokes setzt und einen lizenzierten deutschen Ableger sucht, ist hier richtig. Die Frage, wie die 5,3 % anfallen, ist über die AGB zu klären.
NEO.bet – die Greenvest-Schiene
NEO.bet gehört zur Greenvest Betting Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, mit einer Folgeausstellung am 22.12.2022. NEO.bet gehört damit zu den frühen Erlaubnis-Empfängern nach dem neuen GlüStV.
NEO.bet tritt im Markt als spezialisierter Sportwetten-Anbieter auf. Wie die Steuer umgesetzt wird, ist aus dem Marktauftritt nicht eindeutig. Die Greenvest-Beziehung zu anderen Anbietern ist im deutschen Markt nicht offensichtlich – NEO.bet tritt eigenständig auf.
Wertung: Wer einen spezialisierten Anbieter mit langer Whitelist-Erlaubnis sucht, ist hier richtig. Die Frage nach der konkreten Steuerbehandlung gehört in den Wettschein.
Sportingbet – die transparente Gewinnregel
Sportingbet gehört zur Sportingbet (Deutschland) Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeausstellung am 21.12.2022. Sportingbet ist einer der wenigen Anbieter im Feld, der die Steuer in den Wettregeln offen benennt.
Sportingbet gibt in den Wettregeln eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes an. Bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) vom Gewinn ein. Das ist die transparente Variante: Der Wettende weiß vor der Platzierung, dass der Gewinn im Erfolgsfall um 5 % gekürzt wird.
Wertung: Wer Wert auf eine offen kommunizierte Steuerregel legt, ist hier richtig. Der Nachteil der Gewinnregel: Bei hohen Quoten wird der reale Ertrag spürbar gekürzt. Bei einer Wette zu Quote 2,00 bedeutet das: 100 € Einsatz werden zu 95 € Auszahlung im Erfolgsfall, davon 95 € minus 5 € Bruttogewinn-Abzug = 90 € Gewinn plus 100 € Einsatz = 190 € zurück, statt 200 €.
Sportwetten.de – der Zahlungs-Allrounder
Sportwetten.de gehört zur NetX Betting Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19.11.2020, mit einer Folgeausstellung am 16.12.2022. Sportwetten.de ist auf der Whitelist geführt.
Sportwetten.de listet als Zahlungsmethoden Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash. Für alle Methoden gibt der Anbieter „keine“ Gebühr und „sofort“ Bearbeitung an. Mindestbetrag 10 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.
Die Zahlungsbreite sagt nichts über die Steuerbehandlung. Sie zeigt aber, dass Sportwetten.de ein breites deutsches Zahlungs-Setup bedient. Wer auf PayPal oder Sofortüberweisung setzt, ist hier richtig.
Wertung: Wer einen Anbieter mit breiter Zahlungspalette und deutscher Lizenz sucht, ist hier richtig. Die konkrete Steuerfrage gehört in die AGB.
bwin – die etablierte Marke
bwin gehört zur bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeausstellung am 23.12.2022. bwin ist eine der bekanntesten Sportwetten-Marken im deutschsprachigen Raum.
bwin tritt im Markt als etablierter Vollsortimenter auf – breites Wettprogramm, bekannte Marke, lange Whitelist-Geschichte. Wie die Steuer konkret verarbeitet wird, ist aus dem Marktauftritt nicht eindeutig. Die bwin-Muttergesellschaft betreibt international ein margenorientiertes Geschäftsmodell – ein Hinweis, aber keine Garantie für die deutsche Quotenpolitik.
Wertung: Wer auf eine etablierte Marke mit breitem Programm und deutscher Lizenz setzt, ist hier richtig. Die Frage, ob die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ oder ein anderes Steuer-Modell gilt, gehört in die AGB.
Was am Ende zählt – die Konsequenz der Wahl
Wer in Deutschland legal Sportwetten spielen will, hat keine Wahlfreiheit zwischen „mit Steuer“ und „ohne Steuer“. Die Steuer ist gesetzlich. Die Wahlfreiheit liegt in der Frage, wie der Anbieter sie umsetzt. Vier Punkte verdienen am Ende festgehalten zu werden.
Wer auf der GGL-Whitelist steht, hat eine Erlaubnis. Die Whitelist ist die einzige verlässliche Prüfung, ob ein Anbieter in Deutschland legal arbeitet. Wer dort nicht steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis – auch wenn die Webseite seriös aussieht und die Steuer ans Finanzamt abführt.
Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, sagt nicht, dass die Quote gleich bleibt. Die Steuer muss irgendwo herkommen – aus der Quote, dem Gewinn oder der Marge des Anbieters. Die Werbung verschiebt den Preis, sie nimmt ihn nicht weg.
Wer den höchsten Ertrag will, vergleicht die Quote nach Abzug aller Effekte. Eine Wette zu 2,00 mit Steuerabzug vom Gewinn ist am Ende weniger wert als eine Wette zu 1,97 mit eingepreister Steuer, wenn die Quote insgesamt konkurrenzfähig ist. Das Auge folgt der Quote, der Ertrag folgt der Auszahlung.
Wer ohne deutsche Erlaubnis spielt, verzichtet auf den Schutzrahmen. OASIS, LUGAS, das Einzahlungslimit, die Verifizierungspflicht – all das gilt dort nicht. Die Frage, ob verlorene Einsätze vor deutschen Gerichten zurückgefordert werden können, ist gerade auf dem Weg zum Europäischen Gerichtshof. Keine Zusicherung, kein Versprechen.
Die ehrliche Wahl ist nicht zwischen „mit Steuer“ und „ohne Steuer“. Sie ist zwischen Anbietern, die offen kommunizieren, wo die Steuer anfällt – Sportingbet mit der Gewinnregel, Interwetten mit dem Quotenabschlag, Wettarena mit dem Ausweis auf dem Wettschein – und Anbietern, die den Betrag in Marketingform verpacken. Am Ende entscheidet die Auszahlung auf dem Konto, nicht das Banner auf der Startseite.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % des Spieleinsatzes nach Abzug der Steuer selbst – also rund 5,03 % des tatsächlich gezahlten Betrags. Die Bemessungsgrundlage ist nach §§ 17, 18 RennwLottG der „Einsatz abzüglich der Steuer“. Wer 100 € einzahlt, löst etwa 5,03 € Steuer aus.
Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?
Die Steuer wird nach § 19 RennwLottG vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht von der Person, die wettet. Der Anbieter entscheidet, ob er die Steuer selbst trägt oder sie an Einsatz, Quote oder Gewinn weitergibt – und wie er sie weitergibt.
Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
Werbung mit „0 % Wettsteuer“ heißt, dass der Anbieter die Steuer entweder aus der Marge trägt oder in die Quote einpreist. „Ohne Steuer“ auf der Werbung heißt nicht automatisch „ohne Effekt“ auf der Auszahlung. Wer dort spielt, sollte die effektive Auszahlung vergleichen.
Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?
Bei Interwetten reduziert sich die Auszahlungsquote im Gewinnfall um 5,3 %, Cash-Out-Gewinne ausgenommen. Vom Einsatz wird nach den AGB nichts abgezogen. Bei einer Wette zu ursprünglicher Quote 2,00 mit 5,3 % Quotenabschlag landen am Ende rund 197,5 € auf 100 € Einsatz, statt 200 €.
Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?
Seiten ohne deutsche Erlaubnis sind nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Sie bieten oft höhere Limits und andere Wettprogramme, sind aber weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, haben keine deutsche Aufsicht und keine deutsche Rechtsdurchsetzung. Die GGL warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Die Sportwettensteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Sie ist Teil des Rennwett- und Lotteriegesetzes, das seither die Besteuerung von Sportwetten regelt und 2023 rund 409 Millionen Euro einbrachte.
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