DFB-Pokal Wetten – was erlaubt ist, was die Quote kostet

Updated Oktober 2026
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Der DFB-Pokal bleibt der Wettbewerb, in dem ein Drittligist einen Bundesligisten aus dem Turnier wirft, und gerade diese Unberechenbarkeit macht ihn für Sportwetten attraktiv. Wer in Deutschland auf das Finale, einzelne Runden oder den Sieger tippt, bewegt sich rechtlich in einem eng umzäunten Rahmen: erlaubt ist die Wette nur bei Anbietern, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen, und das eigene Einzahlungslimit von monatlich 1.000 € gilt auch dann, wenn der Pokalabend noch so verlockend aussieht. Was sich in der Saison 2025/26 verschoben hat, wo die Quote tatsächlich ihren Preis verrät und welcher Anbieter zu welchem Tipper passt, zeichnet diese Seite nach.

Ein Fußball liegt auf dem Mittelkreis eines Stadionrasens am frühen Morgen, im Hintergrund leere Ränge ohne erkennbare Beschriftung.
Seit 1985 wird das Finale des DFB-Pokals im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Stand: 17. Oktober 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Der Wettbewerb: warum Pokalwetten kein Ligageschäft sind

Seit 1935 – damals noch unter dem Namen Tschammerpokal – wird der DFB-Pokal im K.-o.-System ausgetragen. 64 Mannschaften treten an: 18 Erstligisten, 18 Zweitligisten, die ersten vier der 3. Liga sowie 24 Vertreter aus den unteren Ligen, in der Regel die Verbandspokalsieger. Wer eine Runde verliert, ist draußen, und genau das unterscheidet die Wette auf den DFB-Pokal von einer Wette auf einen Bundesligaspieltag: Überraschungen schlagen häufiger durch, weil Heimvorteil und Kaderbreite im Pokal weniger zählen als in einer Liga-Hinrunde mit Hin- und Rückspiel.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handgeschriebenen Stichpunkten und ein Bleistift liegen neben einer Kaffeetasse auf einem hellen Holztisch.
Der DFB-Pokal wird im K.-o.-System mit 64 Mannschaften ausgetragen; die Erstaustragung war 1935 unter dem Namen Tschammerpokal.

Das Finale findet seit 1985 im Berliner Olympiastadion statt. In der Saison 2025/26 hat der FC Bayern München den Titel mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart geholt – ein Endspiel, in dem der Rekordsieger (21 Titel) einmal mehr seiner Rolle gerecht wurde. Für die kommende Spielzeit bedeutet das: Mit Stuttgart als Vizemeister, den üblichen Bayern-Dominanzsignalen und der offenen Frage, welcher Zweitligist diesmal den Sprung ins Halbfinale schafft, bleibt das Pokalfeld breit gestreut – und damit auch das Feld der möglichen Wettmärkte.

Der DFB-Pokalsieger qualifiziert sich seit 1998/99 grundsätzlich für die UEFA Europa League. Dieser Europapokal-Platz ist der Hintergrund, vor dem viele Buchmacher den Pokalwettbewerb vermarkten: Wer den Sieger tippt, wettet indirekt auch auf einen internationalen Startplatz der kommenden Saison.

Rechtslage: Was die GGL-Whitelist konkret verlangt

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) die Sportwetten in Deutschland. Die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet vergibt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) auf Grundlage von § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV. Die GGL führt die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Wer in Deutschland legal Sportwetten anbietet, steht dort mit Domain, Inhaber und Erlaubnisdatum.

Ein Smartphone liegt mit dunklem Display auf einem Holztisch neben einem Schlüsselbund und einer Brille im Licht eines Fensters.
Die GGL-Whitelist führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die aktuelle Whitelist (Stand 2. Oktober 2026) umfasst 30 Einträge – 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Was zählt, ist ausschließlich der Eintrag auf der Whitelist. Die erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV); die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, nie ein Enddatum.

Was legal ist: Nur Inhaber einer deutschen Erlaubnis dürfen Sportwetten an deutsche Kunden vermitteln (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Anbieter mit Sitz in Malta, Curaçao oder Anjouan haben in Deutschland keine Erlaubnis, gleichgültig welche Lizenz die dortige Behörde ausgestellt hat. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie „Platincasino“ gewarnt. Eine maltesische, curaçaoische oder Anjouan-Lizenz ist für die Frage, ob eine Wette in Deutschland legal ist, ohne Belang.

Was das für Tipper konkret heißt: Wer bei einem Anbieter wettet, der nicht auf der Whitelist steht, bewegt sich außerhalb des legalen Rahmens. Die zivilrechtliche Folge ist seit dem Verfahren vor dem Bundesgerichtshof (Az. I ZR 90/23, Vorlage an den EuGH am 25. Juli 2024) in Bewegung: Generalanwalt Nicholas Emiliou hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen müssen. Eine zugesicherte Duldung durch die Behörde schließt die Rückforderung aus. Was bleibt, ist die Ausgangslage: keine Erlaubnis, kein OASIS-Anschluss, keine LUGAS-Limitdatei, kein Insolvenzschutz des Spielerguthabens.

Strafrechtlich stellt das Veranstalten unerlaubter Wetten nach § 284 StGB eine Straftat dar – bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, für Werbung bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel (§ 285 StGB) sieht bis zu sechs Monate oder eine Geldstrafe vor. Die zivilrechtliche Rückforderung ist das Risiko, das bleibt.

Spielerschutz: OASIS, das 1.000-€-Limit und die Pflicht zur Verifizierung

Mit der Erlaubnis kommt die Pflicht zum Spielerschutz. Drei Mechanismen greifen ineinander, und alle drei gelten auch für eine Wette auf ein DFB-Pokalspiel.

Die Vollverifizierung (§ 6a GlüStV) verlangt einen Account pro Anbieter mit Identitätsprüfung. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spiel für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung erlauben. Wer den Account länger nutzen will, muss Ausweis, Adresse und Zahlungsdaten hinterlegen.

Das Einzahlungslimit (§ 6c Abs. 1 GlüStV) liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter hinweg. Die Limitdatei (LUGAS) sorgt dafür, dass ein Wechsel des Anbieters das Limit nicht umgeht. Ein Anbieter darf das Limit für einen einzelnen Spieler auf bis zu 10.000 € anheben, wenn dessen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachgewiesen ist – ein Selbsterklärung reicht nicht. Zwischen 10.000 € und 30.000 € darf ein Anbieter nur für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler festlegen. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Die Aktivitätsdatei (LUGAS) verhindert paralleles Spielen bei mehreren Anbietern (§ 6h GlüStV). Wer parallel tippt, wird gesperrt. Das ist im Pokal relevant, weil eine Livewette auf das nächste Tor und eine Pre-Match-Wette auf das Weiterkommen bei zwei verschiedenen Anbietern als Parallel-Spiel gewertet werden können.

OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist das bundesweite Sperrsystem. Bei Registrierung und Login wird der Account gegen die Sperrdatei geprüft. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen, das Sperrsystem endet an der Landesgrenze der Erlaubnis.

Zahlungen (§ 6b Abs. 4 GlüStV) sind nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers zulässig, geführt bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz. Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Karten – sind damit ausgeschlossen. Das Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird der Restbetrag innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt.

Livewetten und Cash Out: Was im DFB-Pokal erlaubt ist

Livewetten auf laufende Sportereignisse sind in Deutschland eingeschränkt (§ 21 Abs. 4 GlüStV). Erlaubt sind Wetten auf das Endergebnis sowie auf seltene Ereignisse innerhalb des Spiels – das nächste Tor im Fußball, der nächste Satz im Tennis, Ähnliches in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten eintreten. Verboten sind Wetten auf das nächste Spiel im Tennis, den nächsten Korb im Basketball oder auf andere Vorkommnisse, die gehäuft auftreten. Die GGL praktiziert diese Regelung so, dass Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport eingestuft ist und dort nicht in den Genuss der Livewette auf das nächste Tor kommt.

Für den DFB-Pokal heißt das: Während eines Bundesligaduells im Achtelfinale ist die Livewette auf das nächste Tor zulässig, weil Fußball in der 1. und 2. Liga als Profisport gilt. Dasselbe Spiel gegen einen Drittligisten fällt nicht in diese Kategorie, sobald die Amateurregel greift. Die Wette auf das Endergebnis bleibt durchgehend erlaubt.

Was nicht erlaubt ist: Wetten auf Sportereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a GlüStV). Soziale oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht wettbar. Auf esports kann in Deutschland nicht gewettet werden, weil esports von der GGL nicht als Sport anerkannt ist.

Cash Out ist eine Funktion der Buchmacher, keine gesetzliche Kategorie. Die GGL hat keine spezifische Regelung zum Cash Out gefunden. Cash Out bedeutet, dass der Buchmacher die Wette vor dem Ende des Ereignisses zu einem von ihm berechneten Preis zurückkauft. Wer Cash Out nutzt, akzeptiert den Preis des Anbieters – und der Preis ist eine Rechengröße, die nicht zwingend dem fairen Wert der Wette entspricht. Die Auszahlung erfolgt erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses; ein Cash Out vor diesem Zeitpunkt ist vertraglich immer eine vorzeitige Beendigung, deren Wert der Anbieter festlegt.

Wer Cash Out im DFB-Pokal nutzen will, prüft vor dem Tipp drei Dinge: ob der Anbieter die Funktion auf das gewählte Ereignis anbietet, ob Märkte wie das Weiterkommen überhaupt cash-out-fähig sind, und wie der Buchmacher den Cash-Out-Preis berechnet. Die meisten Anbieter erlauben Cash Out nur auf Einzelwetten, nicht auf Kombiwetten, und nur auf ausgewählte Märkte. Die Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters.

Vorhersagen und Strategie: Warum es im Pokal keinen sicheren Tipp gibt

Prognosen für DFB-Pokalspiele stützen sich auf drei Bausteine: Statistik, Formkurve und das Los der Auslosung. Die Auslosung mischt Bundesligisten und untere Klassen zufällig, und der Heimvorteil in der ersten Runde gehört dem unterklassigen Verein. Beide Faktoren durchbrechen jede Systematik, die aus der Bundesliga abgeleitet ist.

Statistik hilft, wenn die Frage lautet, wie oft der Favorit in der ersten Runde verliert. Die Antwort lautet: häufiger als in einem Ligaspiel. In den vergangenen Jahrzehnten hat der DFB-Pokal regelmäßig Überraschungen hervorgebracht, in denen Zweit- oder Drittligisten Bundesligisten bezwungen haben. Wer auf einen klaren Favoriten setzt, akzeptiert eine niedrige Quote und damit ein hohes Risiko, im Verhältnis zum Einsatz wenig zu gewinnen, falls die Überraschung ausbleibt – denn das häufigere Ergebnis (der Favorit gewinnt) bringt nur die niedrige Quote.

Die Formkurve hilft bei der Frage, wie fit der Bundesligist in der ersten Pokalrunde ist. Pokalspiele finden früh in der Saison statt, häufig vor dem ersten Bundesligaspiel, wenn die Kader noch nicht eingespielt sind. Eine Wette gegen einen Bundesligisten in der ersten Runde setzt darauf, dass dessen Form noch nicht stimmt. Das ist eine Wette auf einen Zustand, den der Tipper einschätzen muss, nicht auf eine Quote.

Die Auslosung schließlich ist der größte Störfaktor. Ein Zweitrundenspiel FC Bayern gegen einen Drittligisten hat eine andere Wahrscheinlichkeitsverteilung als ein Zweitrundenspiel zweier Zweitligisten. Wer vor der Auslosung auf einen Sieger tippt, wettet auf eine ungewisse Konstellation. Wer nach der Auslosung tippt, sieht das Feld und kann die Quote des Favoriten gegen den Außenseiter einschätzen.

Was im K.-o.-System nicht existiert, ist ein sicherer Tipp. Jede Vorhersage ist eine Einschätzung. Wer das akzeptiert, setzt den Einsatz so, dass der Verlust im Fall einer Fehleinschätzung verschmerzbar bleibt. Das ist die einzige Strategie, die in einem Wettbewerb mit 64 Mannschaften und einem einzigen Sieger funktioniert.

Wettmärkte und Quoten: Was eine Quote verrät

Die Märkte für DFB-Pokalspiele reichen vom Spielausgang (1X2: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) über das Weiterkommen in die nächste Runde bis zur Siegerwette auf den gesamten Wettbewerb. Hinzu kommen Torwetten, Handicaps und bei einigen Anbietern Spielerwetten auf Torschützen. Welche Märkte ein Buchmacher anbietet, hängt vom Spiel und vom Anbieter ab.

Was in jeder Quote steckt, ist die Marge des Anbieters. Eine faire 1X2-Quote ohne Marge auf ein ausgeglichenes Spiel würde bei 2,00 / 3,00 / 2,00 liegen – was bedeutet, dass die Auszahlungsquote bei 50 % liegt (1/2 + 1/3 + 1/2 ≈ 1,17; tatsächliche faire Werte weichen davon ab, weil die inverse Verteilung komplexer ist). Ein Buchmacher, der für dasselbe Spiel 2,10 / 3,40 / 3,60 anbietet, behält einen Teil jedes Einsatzes ein. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt bei:

1 / (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60) = 1 / (0,4762 + 0,2941 + 0,2778) = 1 / 1,0481 ≈ 0,954

Das entspricht einer Marge von rund 4,6 % – also nimmt der Buchmacher im Schnitt etwa 4,6 Cent von jedem Euro Einsatz ein, bevor die Auszahlung an die Gewinner erfolgt. Die Spanne für DFB-Pokalspiele bewegt sich bei den meisten Anbietern zwischen 4 % und 8 %, abhängig von Spiel und Markt. Bei Außenseiterspielen mit klar verteilten Quoten ist die Marge oft niedriger, weil das Risiko für den Anbieter kalkulierbarer ist.

Was die Marge für den Tipper bedeutet: Eine niedrigere Marge ist ein besseres Angebot, weil mehr von jedem Einsatz als Gewinn ausgezahlt wird. Wer Anbieter vergleicht, vergleicht nicht die einzelne Quote, sondern die Differenz zwischen den Quoten – und prüft, ob die Differenz die Marge übersteigt. Bei einer Siegquote von 2,10 bei Anbieter A und 2,15 bei Anbieter B liegt der Unterschied bei 0,05 – was bei einem Einsatz von 10 € einen Unterschied von 0,50 € ausmacht. Über viele Wetten summiert sich das.

Die Wettsteuer (Sportwettensteuer, §§ 16-25 RennwLottG) wird auf den Einsatz erhoben und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – also rund 5,03 % des eingesetzten Betrags. Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Tipper (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Tipper weitergibt, ist eine unternehmerische Entscheidung. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, wieder andere tragen sie selbst. Wer die Bedingungen vor der Wette prüft, sieht im Kleingedruckten, welche Variante gilt.

Sportarten und Wettbewerbe: Wo der DFB-Pokal im Angebot steht

Der DFB-Pokal ist der zweithöchste Wettbewerb im deutschen Vereinsfußball, nach der Bundesliga und vor dem DFL-Supercup. Pokalwetten werden von allen lizenzierten Anbietern in Deutschland angeboten, weil Fußball im 1X2-Markt das Kerngeschäft der Buchmacher ist. Welche Märkte ein Anbieter pro Spiel auffährt, hängt von der Popularität des Spiels ab: Ein Bundesligaduell im Achtelfinale bringt in der Regel 80 bis 150 Märkte, ein Drittligaspiel in der ersten Runde oft nur 30 bis 50.

Die Wettbewerbe, auf die im deutschen Sportwetten-Markt am häufigsten gewettet wird, sind Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal und die europäischen Top-Ligen. Im DFB-Pokal bieten die meisten Anbieter die Standardmärkte (1X2, Doppelte Chance, Over/Under Tore, Handicap) und die Spezialmärkte (Weiterkommen, Sieger gesamt) an. Livewetten sind in den erlaubten Grenzen verfügbar, Cash Out auf ausgewählte Märkte. Die Anzahl der angebotenen Märkte variiert zwischen den Anbietern erheblich – was die Wettbewerbsfähigkeit des Angebots mitbestimmt.

Neben dem DFB-Pokal führen die meisten Anbieter auch den DFB-Pokal der Frauen, den DFL-Supercup und in der Breite die europäischen Pokalwettbewerbe (Champions League, Europa League, Conference League) sowie die internationalen Nationalmannschaftswettbewerbe. Wer auf den DFB-Pokal wettet, findet in der Regel auch die parallelen Wettbewerbe im Programm.

Die zehn Anbieter im Vergleich: Wer was kann

Die folgende Rangliste vergleicht die zehn Anbieter aus dem Kreis der GGL-Whitelist, die ein Sportwetten-Angebot für Deutschland betreiben. Die Reihenfolge folgt der Zusammensetzung der Whitelist; sie ist kein Ranking nach Qualität, sondern eine Übersicht dessen, was die Whitelist führt. Jeder Anbieter wird mit seinem Whitelist-Eintrag, seinem Sportwettenangebot und einer Einschätzung seiner Eignung für unterschiedliche Tippertypen vorgestellt.

Ein Hinweis zur Spalte „GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber“: Jede Domain in dieser Liste ist auf der Whitelist der GGL mit Stand 2. Oktober 2026 verzeichnet. Die Erlaubnis wird auf Antrag für fünf Jahre erteilt, eine Folgeerlaubnis verlängert den Zeitraum. Das Erstdatum der Erlaubnis sagt nichts über die aktuelle Bonität des Anbieters aus, sondern markiert den Beginn der aktuellen Erlaubnisperiode.

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
bwin bwin (Deutschland) Limited, Gzira, Malta 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 23.12.2022)
Tipico Tipico Co. Limited, Malta 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 09.12.2022)
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited, Malta 02.11.2020 (Folgeerlaubnis 22.12.2022)
Sportwetten.de NetX Betting Limited, Birkirkara, Malta 19.11.2020 (Folgeerlaubnis 16.12.2022)
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira, Malta 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 21.12.2022)
888sport 888 Germany Limited 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 15.12.2022)
Tiptorro Torro Tec Limited, Malta 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 27.12.2022)
DAZN Bet DZBT Operations Limited, Zebbug, Malta 22.08.2023
MERKUR BETS Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s, Malta 06.11.2023
Bet3000 I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 22.04.2026

Was die Spalten nicht zeigen: den Quotenschlüssel, das Livewetten-Angebot, die Zahlungswege und den Bonus. Diese Merkmale sind in der AGB des jeweiligen Anbieters nachzulesen. Die Tabelle ordnet die Anbieter nach dem Datum der Ersterlaubnis; wer das neueste Angebot sucht, achtet auf das späte Erstdatum.

bwin

bwin ist einer der Pioniere der Online-Sportwetten in Europa und steht seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022 auf der GGL-Whitelist. Die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, ist als Erlaubnisinhaberin eingetragen. Das Sportwettenangebot umfasst Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal und eine breite Palette europäischer und internationaler Wettbewerbe.

Für wen bwin passt: Der Anbieter richtet sich an Tipper, die ein vollständiges Wettprogramm mit hoher Marktbreite suchen. Wer auf den DFB-Pokal wettet, findet in der Regel alle Standardmärkte (1X2, Über/Unter, Handicap, Weiterkommen) und eine breite Auswahl an Spezialwetten. Die Livewetten-Funktion deckt die erlaubten Märkte ab, Cash Out ist auf ausgewählte Wetten verfügbar.

Die Marge bewegt sich bei bwin im wettbewerbsüblichen Bereich. Wer den Anbieter mit anderen vergleicht, achtet auf die Quote einzelner Spiele, nicht auf den Markennamen.

Tipico

Tipico steht mit der Tipico Co. Limited, Malta, auf der GGL-Whitelist. Die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 9. Dezember 2022. Die App, im Apple App Store von der Tipico B2B Ltd angeboten, bewirbt „Tipico Cashout“ als Kontrollfunktion über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels.

Für wen Tipico passt: Der Anbieter ist im deutschen Markt stark verankert und betreibt eine der bekanntesten Marken für Sportwetten. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten liegen im marktüblichen Rahmen. Tipico ist die richtige Adresse für Tipper, die eine etablierte Marke mit langer Historie suchen.

Im Verfahren vor dem BGH (Az. I ZR 90/23) und dem EuGH (Rechtssache C-530/24) geht es um die Frage, ob Tipico in der Phase vor der deutschen Erlaubnis 2013 bis 2018 Spieleinsätze zurückzahlen muss. Die Schlussanträge des Generalanwalts vom 19. März 2026 halten eine Rückzahlung grundsätzlich für möglich. Was das für die aktuelle Rechtslage bedeutet: Tipico ist heute mit Erlaubnis auf der Whitelist, die damaligen Wetten fallen in eine Zeit ohne Erlaubnis. Die Frage ist eine zivilrechtliche Altlast, kein laufendes Geschäft.

bet-at-home

Bet-at-home wird von der Bet-at-home.com Internet Limited, Malta, betrieben und steht seit dem 2. November 2020 auf der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Zusätzlich ist eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022 verzeichnet. Die Sportwetten-Erlaubnis ist davon unabhängig zu betrachten.

Für wen bet-at-home passt: Der Anbieter richtet sich an Tipper, die ein schmales, konzentriertes Wettprogramm schätzen. Die Quoten liegen im wettbewerbsüblichen Bereich, das Angebot konzentriert sich auf die Hauptmärkte. Wer auf den DFB-Pokal wettet, findet die Standardmärkte, weniger Spezialwetten als bei den großen Anbietern.

Sportwetten.de

Sportwetten.de wird von der NetX Betting Limited, 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta, betrieben. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 19. November 2020, die Folgeerlaubnis auf den 16. Dezember 2022.

Für wen Sportwetten.de passt: Der Anbieter trägt das Wort „sportwetten“ im Namen und positioniert sich entsprechend. Das Wettprogramm ist auf den deutschen Markt zugeschnitten, die Quoten liegen im marktüblichen Bereich. Wer einen Anbieter mit klarem Profil sucht, findet hier ein deutschsprachiges Angebot.

bpremium

Hinter bpremium steht die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, eingetragen unter der Registernummer C92799. Die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 21. Dezember 2022. Die Nutzungsbedingungen sind in der Fassung vom 3. April 2023 hinterlegt.

Für wen bpremium passt: Der Anbieter gehört zur Ladbrokes-Gruppe und führt deren Marke in Deutschland. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im marktüblichen Bereich. Für Tipper, die einen Anbieter mit internationalem Hintergrund suchen, ist bpremium eine Option.

888sport

Die 888 Germany Limited betreibt 888sport in Deutschland, die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 30. Juni 2021, die Folgeerlaubnis auf den 15. Dezember 2022. Die Muttergesellschaft 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Für wen 888sport passt: Der Anbieter ist Teil einer börsennotierten Gruppe und führt das Sportwetten-Angebot der Marke 888 in Deutschland. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten liegen im marktüblichen Bereich. Für Tipper, die einen internationalen Anbieter mit Börsennotierung suchen, ist 888sport eine Adresse.

Tiptorro

Hinter Tiptorro steht die Torro Tec Limited, Malta, mit Whitelist-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 und Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die App, im App Store von der Torro Tec Limited angeboten, beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL.

Für wen Tiptorro passt: Der Markenname spielt auf das „Torro“-Logo an und positioniert den Anbieter als deutsche Marke. Das Wettprogramm ist auf den deutschen Markt zugeschnitten.

DAZN Bet – DAZN Bet

DAZN Bet wird von der DZBT Operations Limited, MRO Frank Galea Street, ZBG 9019, Zebbug, Malta, betrieben. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 22. August 2023 und ist damit eine der jüngeren Erlaubnisse im Feld.

Für wen DAZN Bet passt: Der Anbieter ist die Sportwetten-Marke des Streaming-Dienstes DAZN und verbindet Wettangebot mit Live-Übertragung. Für Tipper, die Spiele sehen und parallel wetten wollen, ist DAZN Bet eine Anlaufstelle. Das Wettprogramm ist auf den DAZN-Markt zugeschnitten, die Quoten liegen im marktüblichen Bereich.

MERKUR BETS – MERKUR BETS

Die Merkur Bets Malta Limited, Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta, betreibt MERKUR BETS. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 6. November 2023.

Für wen MERKUR BETS passt: Der Anbieter gehört zur Gauselmann-Gruppe und ist im stationären Spiel in Deutschland verwurzelt. Das Online-Sportwettenangebot ist jünger als bei den etablierten Anbietern, aber durch die Muttergesellschaft mit Erfahrung im Glücksspielmarkt unterlegt.

Bet3000

Bet3000 wird von der I.B.C. Sportsbetting Limited, Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta, betrieben. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 22. April 2026 und ist die jüngste Erlaubnis im Feld der hier vorgestellten Anbieter.

Für wen Bet3000 passt: Der Anbieter ist im deutschen Markt bekannt und richtet sich an Tipper, die ein konzentriertes Angebot mit klaren Quoten suchen. Die jüngste Erlaubnis bedeutet, dass der Anbieter die aktuellen regulatorischen Anforderungen erfüllt.

Was die Anbieter im Detail unterscheidet

Die zehn Anbieter teilen die Gemeinsamkeit, dass sie auf der GGL-Whitelist stehen. Was sie unterscheidet, ist die Breite des Wettprogramms, die Höhe der Quoten und die verfügbaren Funktionen. Die Quoten bewegen sich in einem engen Korridor – die Marge liegt bei DFB-Pokalspielen typischerweise zwischen 4 % und 8 %, was den Unterschied zwischen den Anbietern auf den ersten Blick klein hält. Über viele Wetten gerechnet, summieren sich die Unterschiede.

Wer vor der Wette wissen will, welcher Anbieter die höchste Quote hat, vergleicht die konkrete Quote des Spiels, auf das gewettet werden soll. Der Vergleich lässt sich nicht verallgemeinern, weil Anbieter auf unterschiedlichen Märkten unterschiedlich stark quotieren. Ein Anbieter mit besonders hoher Favoritenquote kann bei der Außenseiterquote schwach sein und umgekehrt.

Die Zahlungswege variieren zwischen den Anbietern. Kreditkarte, PayPal, SOFORT und die Banküberweisung sind Standard, einige Anbieter führen zusätzliche Methoden. Welche Methoden tatsächlich verfügbar sind, regelt der Anbieter in seinen AGB.

Häufige Fragen

Welcher Anbieter ist der beste für DFB-Pokal-Wetten?

Die Frage hat keine allgemeingültige Antwort, weil „bester Anbieter“ davon abhängt, worauf gewettet wird. Wer ein vollständiges Wettprogramm mit hoher Marktbreite sucht, ist bei bwin, Tipico oder 888sport gut aufgehoben. Wer ein konzentriertes Angebot mit klarer Quotenführung schätzt, findet in Bet3000 oder bet-at-home eine schlanke Variante. DAZN Bet verbindet das Wettangebot mit dem Live-Stream. Die Quote selbst muss für jedes Spiel einzeln verglichen werden, weil die Margen der Anbieter auf unterschiedlichen Märkten variieren.

Wie wird eine Wette gewertet, wenn das Spiel in die Verlängerung geht?

Die meisten Wettmärkte im DFB-Pokal – 1X2, Über/Unter, Handicap – werden nach Ablauf der regulären Spielzeit gewertet, einschließlich der Nachspielzeit, aber ohne Verlängerung und Elfmeterschießen. Eine Ausnahme bildet der Markt „Weiterkommen“, der das Endergebnis nach Verlängerung und Elfmeterschießen heranzieht. Die genauen Regeln stehen in den AGB des Anbieters; sie sind von Markt zu Markt unterschiedlich.

Kann ich auf den DFB-Pokalsieger wetten, obwohl die Saison noch läuft?

Ja. Die meisten Anbieter bieten die Wette auf den Gesamtsieger (Outright) während der gesamten Saison an. Die Quote verändert sich mit dem Verlauf: Je weiter ein Favorit kommt, desto niedriger wird seine Siegerquote. Wer früh auf einen Außenseiter setzt, akzeptiert eine hohe Quote und ein hohes Risiko, weil der Außenseiter jederzeit ausscheiden kann.

Was bedeutet die Sportwettensteuer für meinen Gewinn?

Die Steuer von 5,3 % wird auf den Einsatz erhoben (Bemessungsgrundlage ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst, was rund 5,03 % des Einsatzes entspricht) und ist Sache des Veranstalters. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, wieder andere tragen sie selbst. Welche Variante gilt, steht in den AGB des Anbieters. Die Steuer ist keine Abgabe, die der Tipper zusätzlich zahlt, sondern ein Betrag, den der Anbieter in die Wettkonditionen einpreist.

Warum ist die Quote beim DFB-Pokal gegen unterklassige Mannschaften oft so niedrig?

Die Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit wider, wie der Buchmacher sie einschätzt. Wenn ein Bundesligist gegen einen Viertligisten spielt, schätzt der Buchmacher den Bundesligisten als klaren Favoriten ein – die Siegquote liegt dann bei 1,20 oder niedriger. Was die Marge in dieser Quote verrät: Sie ist der Anteil, den der Buchmacher einbehält. Bei einer Favoritenquote von 1,20 und einer Außenseiterquote von 12,00 liegt die Auszahlungsquote bei rund 92 % – das bedeutet eine Marge von etwa 8 %. Der Tipper bekommt weniger von seinem Einsatz zurück, weil der Buchmacher das Risiko eines klaren Favoritensiegs niedrig kalkuliert. Wer das Spiel spannend erwartet, wettet gegen die niedrige Quote und auf den Außenseiter – und akzeptiert das höhere Risiko.

Inhalt erstellt vom Team «europapokalwetten.com»