Freebet ohne Einzahlung 2026: Welche GGL-Anbieter gratis wetten lassen und was es wirklich kostet
Eine Freebet ohne Eininzahlung klingt nach geschenktem Geld, ist in der deutschen Regulierungspraxis aber eine an Bedingungen geknüpfte Gratiswette: Der Einsatz wird im Gewinnfall nicht zurückgezahlt, und Umsatzanforderungen, Mindestquoten und Fristen entscheiden darüber, was am Ende übrig bleibt. Wer in Deutschland bei einem Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder wettet, bekommt ein reguliertes Produkt mit 5,3 % Wettsteuer, 1.000 €-Einzahlungslimit pro Monat und OASIS-Sperrdatei – aber nicht zwingend eine Freebet ohne Einzahlung, weil der deutsche Markt dafür bislang nur sehr wenige Angebote listet.

Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.
Verantwortungsvolles Spielen: Was eine Freebet vom Schutz des Glücksspielstaatsvertrags nicht ausnimmt
Eine Freebet ändert nichts daran, dass in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 das Regelwerk bleibt. Teilnehmen darf, wer 18 Jahre alt ist und sich mit vollständiger Verifizierung bei genau einem Anbieter registriert hat (§ 4 Abs. 3, § 6a GlüStV). Vor der Verifizierung gilt eine Übergangsfrist von höchstens 72 Stunden, in der nur 100 € eingezahlt und keine Auszahlung vorgenommen werden darf – das betrifft auch Freebets, die in dieser Phase eingelöst werden, weil eine Auszahlung von Gewinnen aus einer Freebet erst nach abgeschlossener Identitätsprüfung erfolgt.

Das monatliche Einzahlungslimit steht per Gesetz auf 1.000 € im Kalendermonat, summiert über alle Anbieter, die an die Limitdatei LUGAS angeschlossen sind. Die Heraufsetzung ist nur mit nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, eine Selbsterklärung genügt nicht, und selbst dann ist bei 10.000 € für die meisten Konten Schluss – 10.000 bis 30.000 € darf ein Anbieter nur für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden festlegen. Wer eine Freebet ohne Einzahlung bekommt, umgeht diese Schranke nicht: Einzahlungslimits regeln eingezahltes Geld, nicht Gratisguthaben. Die Senkung eines Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
OASIS, die bundesweite Sperrdatei, wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die spielende Person selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Wer gesperrt ist, bekommt auch keine Freebet gutgeschrieben – der Mechanismus kennt keine Werbeaktion. Der Panikbutton in der Software jedes lizenzierten Anbieters löst eine 24-Stunden-Sperre aus, die sich nahtlos in eine OASIS-Selbstsperre verlängern lässt.
Parallel-Spiel, also das gleichzeitige Wetten bei mehreren Anbietern, ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei LUGAS ohnehin unterbunden: Wer auf Anbieter A eine aktive Wette offen hat, kann auf Anbieter B in dieser Zeit keine neue platzieren. Das klingt nach Schikane, schützt aber davor, eine laufende Wette bei einem zweiten Anbieter zu „glattstellen“ und den Verlust aus der Freebet zu verschieben. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis – ob mit Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan – sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Dort gilt das deutsche Schutznetz nicht, und genau dort beginnt der Geltungsbereich der Verbraucherwarnung der GGL vom 17. September 2026, die sich ausdrücklich gegen illegale Angebote wendet.
Wer eine Freebet beansprucht, sollte sie als das behandeln, was sie im Glücksspielstaatsvertrag ist: eine an Bedingungen geknüpfte Werbeaktion eines lizenzierten Anbieters, kein Geschenk. Die Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters und in den Regeln der jeweiligen Aktion – nicht in der Werbung. Die Werbung verspricht „bis zu 100 € in Wett-Credits“ und verschweigt, dass die Credits erst nach Abrechnung qualifizierender Wetten freigegeben werden und der Einsatz im Gewinnfall nicht zurückfließt. Genau diese Lücke zwischen Werbeversprechen und Abrechnung wird auf den nächsten Seiten sichtbar.
Freebets und Boni: Was die Anbieter „gratis“ nennen und was es kostet
Eine Freebet ist im Wettjargon eine Gratiswette, deren Einsatz im Gewinnfall nicht ausgezahlt wird. Wer eine 10-€-Freebet auf eine Quote von 3,00 setzt, gewinnt 20 € brutto, nicht 30 € – die 10 € Einsatz bleiben beim Anbieter. Dieser Mechanismus ist die wichtigste Rechenregel, weil sie den Wert einer jeden Freebet halbiert, bevor irgendetwas anderes hinzukommt. Bei einer Quote von 1,90 und einem 10-€-Freebet stehen am Ende 9 € Gewinn – 19 € Bruttogewinn minus 10 € nicht zurückgezahlter Einsatz. Das ist der Brutto-Erwartungswert einer einzelnen Wette, und der wird durch das Buchmachermarge weiter geschmälert.

Eine Freebet ohne Einzahlung ist die seltenere Variante: Der Anbieter schreibt dem neuen Konto ein Freebet-Guthaben gut, ohne dass Geld eingezahlt werden musste. In Deutschland führen die GGL-lizenzierten Anbieter überwiegend Einzahlungsboni, nicht No-Deposit-Freiwetten – der Grund liegt in der Limitdatei LUGAS, die eine Buchung von Echtgeld ohne Einzahlungsfluss sauber abbilden können muss. Die Aktionen, die ohne Einzahlung funktionieren, sind oft an eine Registrierung, an eine Verifizierung oder an ein bestimmtes Ereignis gebunden – etwa eine Gratiswette auf den Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die bei bet-at-home vom 09.06.2026 bis 28.06.2026 um 18:00 Uhr zu platzieren war. Das ist im engen Sinne eine Freebet ohne Einzahlung, aber sie war an ein Event und an einen Aktionszeitraum gebunden, nicht dauerhaft verfügbar.
Willkommensboni, die an eine Einzahlung gekoppelt sind, gliedern sich in zwei große Familien. Die eine verdoppelt die erste Einzahlung als Freebet-Guthaben – Winamax etwa verdoppelt die erste Einzahlung bis 100 € in Freebets, die selbst keine Umsatzbedingungen tragen, wobei die Einzahlung einmal bei einer Mindestquote von 1,05 umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Die andere Familie verlangt, dass Bonus und Einzahlung gemeinsam mehrfach umgesetzt werden – bei Tipwin sind es siebenmal, je Wettschein zählen höchstens 100 € und nur Wetten ab Quote 1,80. Bei bpremium muss der Bonus fünfmal und die Einzahlung fünfmal bei Dezimalquoten ab 1,7 umgeschlagen werden, bevor Gewinne ausgezahlt werden.
Cash-Bonus, Freebet und risikofreie Wette sind nicht dasselbe. Ein Cash-Bonus ist echtes Geld, das nach Erfüllung der Umsatzbedingungen ausgezahlt wird. Eine Freebet ist eine Gratiswette, deren Einsatz verloren geht. Eine „risikofreie“ Wette, wie sie einige Anbieter bewerben, erstattet den Einsatz im Verlustfall – aber meist als Freebet, nicht als Cash. MERKUR BETS hat im Oktober 2024 eine solche „Neukunden-JokerBet“-Aktion gefahren: Wer die qualifizierende Kombiwette verlor, bekam den Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vorab die JokerBet-Option gewählt worden war. Das klingt risikofrei, ist aber eine Gutschrift in Gratiswetten, deren Wert wieder unter dem nicht zurückgezahlten Einsatz leidet. ImMERKUR BETS CLUB, der vom 09.06.2025 bis 14.07.2025 lief, wurde für Kombi- oder Betbuilder-Wetten ab drei Auswahlen und einer Gesamtquote ab 4,00 bei mindestens 25 € Wocheneinsatz am Folgewochenmontag eine 5-€-Freebet ausgezahlt – die wiederum innerhalb von drei Tagen aktiviert und innerhalb von sieben Tagen genutzt werden musste, sonst verfiel sie.
Umsatzbedingungen sind das, was eine Werbeaktion tatsächlich kostet. Sie bestimmen, wie oft ein Bonusbetrag eingesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist, bei welcher Mindestquote, in welchem Zeitraum, mit welchem maximalen Einsatz pro Wettschein. Die Kosten einer Umsatzbedingung sind nicht die Bedingung selbst, sondern der erwartete Verlust, der entsteht, wenn man sie erfüllt. Wer einen 100-€-Bonus siebenmal bei einer Mindestquote von 1,80 umsetzen muss, wettet 700 € durch, und an einem Buchmacher mit etwa 5 % Marge verliert er davon im Mittel rund 35 €, bevor der Bonus überhaupt auf dem Konto ankommt. Das ist der Preis des Bonus, und kein Anbieter schreibt ihn in die Werbung.
Die Wettsteuer von 5,3 % auf den um die Steuer bereinigten Einsatz – also etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags – wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden (§§ 17, 18 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter sie an die Kundschaft weitergibt, ist seine Entscheidung. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Bruttogewinn ab, andere übernehmen sie. Für die Freebet bedeutet das: Gewinnt sie, zahlt der Anbieter den Gewinn abzüglich des nicht zurückerstatteten Einsatzes aus, und je nach Geschäftsmodell wird davon noch die Wettsteuer abgezogen. Bei der Quote 1,90 und einem 10-€-Freebet sind das 9 € Gewinn – und je nach Steuerpolitik 0,45 € weniger.
Mindestquoten sind der Hebel, mit dem Anbieter das Risiko ihrer Werbeaktion kleinrechnen. Wer eine 10-€-Freebet nur auf Quoten ab 2,00 setzen darf, kann sie nicht auf den klaren Favoriten setzen; wer sie auf jedes Spiel setzen darf, hat mehr Spielraum. Die Mindestquote entscheidet darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass die Freebet überhaupt gewinnt, und damit über den Erwartungswert. bpremium verlangt 1,7, Winamax für die Einzahlungsumsetzung nur 1,05, MERKUR BETS 1,21 pro Auswahl im Kombi-Boost. Das ist nicht dasselbe: 1,05 ist faktisch eine sichere Wette, 1,7 verlangt eine Wette auf leichte Favoriten oder Außenseiter, 1,21 bewegt sich dazwischen.
Cashout verdient in diesem Zusammenhang einen Hinweis, weil viele Werbeaktionen ihn ausschließen. Bei Interwetten, MERKUR BETS, Winamax und Sportingbet ist Cashout für Wetten, die mit Freebet-Geld platziert wurden, nicht verfügbar. Wer mit Freebets spielt, kann also eine laufende Wette nicht vorzeitig beenden, selbst wenn das Spiel kippt. Das ist ein konstanter Mechanismus über mehrere Anbieter hinweg und kein Einzelfall.
Anbieter im Vergleich: Zehn GGL-lizenzierte Wettanbieter und ihre Freebet-Logik
Die folgende Übersicht ordnet die zehn GGL-lizenzierten Wettanbieter dieses Vergleichs nach ihrer Whitelist-Position und dem Datum ihrer Sportwetten-Erlaubnis. Sie beschreibt, was die Whitelist führt, nicht was die Werbung verspricht – und sie ist die Grundlage für die Detailblöcke, die danach folgen. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, sollte zuerst hier prüfen, ob ein Anbieter überhaupt eine entsprechende Aktion führt, bevor er die AGB liest.
| Marke | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Tipico | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Tipico Co. Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| ODDSET | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Interwetten | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| bet-at-home | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Tiptorro | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| MERKUR BETS | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| VBet | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber SCGO Limited | 05.12.2023 |
| LeoVegas | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Bet3000 | Whitelist-Eintrag, Erlaubnisinhaber I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Die Erlaubnisdaten stammen aus der Whitelist-Snapshot vom 02.10.2026. Die Whitelist führt ausschließlich das Datum der Erlaubniserteilung, kein Enddatum – eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, wird aber bei Folgeanträgen entsprechend verlängert, ohne dass die Whitelist das gesondert ausweist. Eine Erlaubnis ist Voraussetzung, nicht Garantie: Die Aufsicht durch die GGL umfasst auch die Überwachung der laufenden Tätigkeit, und Verstöße gegen Werbe- oder Spielerschutzregeln können zu Auflagen bis hin zum Entzug führen.
Interwetten – der Cashout-Verweigerer bei Freebets
Interwetten ist seit dem 02.11.2020 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, ausgestellt auf die Interwetten Gaming Limited. Damit gehört Interwetten zu den frühen Whitelist-Adressen, hat aber in der Werbeaktions-Logik eine klare Linie: Cashout, also die vorzeitige Beendigung einer laufenden Wette, ist für Wetten, die mit Freebet- oder Bonusgeld platziert wurden, nicht verfügbar. Das steht in den Sportsbook-Regeln und gilt ohne Vorankündigung – wer eine Freebet aktiviert, hat darauf keinen Cashout-Anspruch, auch wenn das Spiel kippt.
Für Freebets heißt das: Wer bei Interwetten eine Gratiswette einsetzt, bleibt bis zum Ende des Ereignisses in der Wette. Das ist kein großer Nachteil bei Einzelwetten auf klare Favoriten, kostet aber Spielraum bei Kombiwetten, deren einzelne Beine früh ausgehen. Wer eine Freebet mit Cashout-Puffer sucht, ist hier falsch; wer das Cashout-Argument sowieso nicht nutzt, kann Interwettens Aktionen ungebremst lesen.
ODDSET – die staatlich konzessionierte Marke aus Hessen
ODDSET, dessen Sportwetten-Erlaubnis auf die Oddset Sportwetten GmbH ausgestellt ist, hat seine Erlaubnis seit dem 18.11.2020 auf der Whitelist. Die Erlaubnis für den stationären und den Internet-Vertrieb wurde dem Impressum zufolge mit Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt vom 15.12.2022 erteilt – Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale). ODDSET war vor der Regulierung über Jahrzehnte das Markenzeichen des staatlichen Glücksspiels in Deutschland und führt diese Tradition in der Markenwahrnehmung mit.
Die Freebet-Logik von ODDSET ist konservativ: Als etablierter Anbieter im staatlichen Umfeld wirbt ODDSET zurückhaltender als neuere Marken, setzt dafür aber auf Bestandskunden-Aktionen und auf die Kombination aus Online- und stationärem Vertrieb. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, ist bei ODDSET eher an saisonalen Aktionen orientiert; wer auf Dauerbonus und Bestandskundenprogramm setzt, findet hier ein klassisches deutsches Profil.
Tiptorro – der MyMatch-Spezialist mit deutscher Lizenz
Tiptorro wird im Apple App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten und beschreibt sich selbst als von der GGL zugelassenen Sportwettveranstalter. Die Whitelist führt Tiptorro seit dem 30.06.2021 mit einer Folgeantrag-Erlaubnis vom 27.12.2022. Die App ist das prominenteste Produkt – sie ist auf MyMatch-Kombinationen ausgelegt, also auf selbst zusammengestellte Wetten aus einem Spiel.
Bei Tiptorro ist die Freebet-Mechanik eingebettet in die MyMatch-Logik. Wer eine MyMatch-Wette mit einer Freebet platziert, kann sie nicht vorzeitig per Cashout beenden, weil die Freebet-Bedingungen den Cashout auf Gratiswetten in der Regel ausschließen. Wer die MyMatch-Funktion nutzen will, sollte prüfen, ob die laufende Aktion MyMatch-Wetten für die Freebet zulässt – die AGB unterscheiden je nach Aktion.
Tipico – die deutsche Marke mit dem EuGH-Schattenspiel
Tipico gehört zu den bekanntesten Marken auf dem deutschen Markt. Die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta ist seit 2004 als Veranstalter aktiv und führt die Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020. Über Tipico läuft beim Bundesgerichtshof seit 2024 ein Verfahren, in dem ein Kläger aus den Jahren 2013 bis 2018 mehr als 3.700 € an Verlusten aus Sportwetten zurückfordert. Der BGH hat dem EuGH am 25.07.2024 die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit der Verträge entgegensteht; der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19.03.2026 grundsätzlich bejaht, dass eine Rückzahlungspflicht möglich ist, mit Ausnahme für Zeiten, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Für die Freebet-Logik bedeutet das: Tipico gehört zu den Anbietern, deren AGB-Historie Spuren in deutschen Gerichten hinterlassen hat. Wer eine Freebet bei Tipico nutzt, bewegt sich im Rechtsrahmen der deutschen Erlaubnis, die AGB regeln die konkreten Bedingungen. Die EuGH-Vorlage wird das operative Geschäft nicht ändern, solange die Erlaubnis läuft; sie zeigt aber, dass die Whitelist keine Einbahnstraße ist.
bpremium – der Umsatz-Vielfache aus dem Hause Ladbrokes
bpremium tritt mit einer Whitelist-Erlaubnis auf, die seit dem 09.10.2020 auf die Ladbrokes (Deutschland) Limited ausgestellt ist. Die AGB in der Fassung vom 03.04.2023 regeln die Bonusbedingungen: Bonusgewinne können erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung ausgezahlt werden, und zwar bei Dezimalquoten ab 1,7. Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.
Das ist im Vergleich zu anderen Anbietern ein doppelter Umsatz – Bonus mal fünf plus Einzahlung mal fünf. Bei einem 50-€-Bonus auf eine 50-€-Einzahlung sind das 500 € zu setzender Umsatz, der zwingend über Wetten ab Quote 1,7 laufen muss. Das klingt machbar, ist aber ein Vielfaches des einfachen Willkommensbonus, den andere Anbieter verlangen. Die AGB sind alt – von 2023 –, aber sie sind die Grundlage der Bonuslogik, und ein Bonus ist nur so gut wie seine AGB. Wer bpremiums Freebet annimmt, sollte die Quote 1,7 als Untergrenze verstehen und sich auf zehn oder mehr qualifizierende Wetten einstellen, wenn der Bonus 100 € erreicht.
bet-at-home – die Gratiswette an die Weltmeisterschaft gekoppelt
bet-at-home hat seine Whitelist-Erlaubnis seit dem 02.11.2020, ausgestellt auf die Bet-at-home.com Internet Limited. Die Aktion, die der Anbieter beworben hat, war eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026, gültig für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten, mit Platzierungsfrist bis 28.06.2026 um 18:00 Uhr. Gewinne aus dieser Gratiswette unterlagen keinen Umsatzbedingungen – ein Novum im Vergleich zu den meisten Willkommensboni.
Die Aktion zeigt das Muster, das viele No-Deposit-Freebets in Deutschland haben: Sie sind an ein Ereignis gebunden und zeitlich eng befristet. Wer sich nach dem 28.06.2026 registriert, bekommt die WM-Gratiswette nicht mehr; wer sie früher platziert, gewinnt ohne Umsatzbedingungen – und damit ohne die AGB-Schrauben, die einen normalen Willkommensbonus begleiten. Das ist im strengen Sinne eine Freebet ohne Einzahlung, weil die Registrierung über den Promotion-Link genügte, um die 10 € gutgeschrieben zu bekommen.
MERKUR BETS – der CLUB mit der wöchentlichen Freebet
MERKUR BETS ist seit dem 06.11.2023 auf der Whitelist, ausgestellt auf die Merkur Bets Malta Limited. Die Aktionen des Anbieters sind vielschichtig: Im Oktober 2024 gab es eine 25-€-Freebet für Neukunden ab 1 € Ersteinzahlung, kombiniert mit einer JokerBet-Option, die im Verlustfall der ersten qualifizierenden Kombiwette den Einsatz bis 75 € als Freebet erstattete. Vom 09.06.2025 bis 14.07.2025 lief der MERKUR BETS CLUB, der für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und Gesamtquote ab 4,00 bei mindestens 25 € Wocheneinsatz am Folgewochenmontag eine 5-€-Freebet auszahlte.
Diese Freebet aus dem CLUB musste innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert und innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt werden, sonst verfiel sie. Sie galt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten waren ausgeschlossen, und Cashout war mit Freebet-platzierten Wetten nicht möglich. Bei einem Gewinn wurde der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und die Freebet galt nicht für Wetten mit Quotenboost. Das sind vier Mechaniken, die jede für sich genommen den Wert der 5 € schmälern: Frist, Wettart, Cashout-Ausschluss und Nicht-Anrechnung des Einsatzes. Hinzu kam der MERKUR-Kombi-Boost mit 5 % Bonus auf den Gewinn ab fünf Auswahlen, je Auswahl 1 Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, mit Mindestquote 1,21 je Auswahl, Live-Wetten waren nicht erlaubt.
LeoVegas – der späte Whitelist-Einstieg aus Malta
LeoVegas tritt mit der LVSports Limited als Erlaubnisinhaberin auf, Whitelist-Eintrag seit dem 21.10.2024, für virtuelle Automatenspiele schon seit dem 27.02.2023. Damit gehört LeoVegas zu den späten Whitelist-Adressen für Sportwetten und ist im Sportwetten-Geschäft ein Newcomer im deutschen Markt, der im Casino-Bereich seit Jahrzehnten etabliert ist.
Für die Freebet-Logik heißt das: LeoVegas trägt die Erfahrung eines Casino-Anbieters in ein Sportwetten-Produkt, das unter deutscher Erlaubnis läuft. Die Aktionen, die ein Casino-Anbieter in den Sportwetten-Markt trägt, sind häufig Bonusaktionen mit Deposit-Charakter und nicht No-Deposit-Freiwetten. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, sollte die Aktionsseite regelmäßig prüfen – die Mechanik selbst ist in den AGB verankert und gilt für die jeweils beworbene Aktion.
Bet3000 – die jüngste Whitelist-Erlaubnis im Vergleich
Bet3000 hat seine Erlaubnis erst seit dem 22.04.2026 auf der Whitelist, ausgestellt auf die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Damit ist Bet3000 die jüngste Erlaubnis unter den zehn Anbietern dieses Vergleichs – und gleichzeitig der Anbieter, der die längste Whitelist-Vergangenheit vor sich hat, in der sich die Aktionen erst noch etablieren müssen.
Eine Freebet ohne Einzahlung ist für einen Anbieter, der seine Erlaubnis noch keine sechs Monate alt hat, ein Marketinginstrument mit beschränktem Volumen – die Limitdatei LUGAS und die deutsche Regulierung setzen enge Rahmen. Wer bei Bet3000 eine Freebet findet, sollte die AGB lesen: Eine frische Erlaubnis bringt nicht zwingend frische Aktionen mit, sondern zunächst die Standardmechanik des Hauses.
VBet – der Erlaubnisinhaber aus St. Julian’s
VBet tritt mit der SCGO Limited auf, die GGL-Erlaubnis für VBet ist seit dem 05.12.2023 auf der Whitelist. Die SCGO Limited hat ihren Sitz im Portomaso-Gebiet von St. Julian’s auf Malta, der gleiche Cluster wie Tipicos Co. Limited. VBet gehört damit zur mittleren Whitelist-Generation, die nach den ersten Erlaubnissen ab 2020 hinzugekommen ist.
Die Freebet-Logik folgt dem Standardmuster: Boni sind an Einzahlungen gekoppelt, No-Deposit-Aktionen an Events oder saisonale Werbung. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, ist bei VBet auf Aktionszeiträume angewiesen, nicht auf ein dauerhaftes No-Deposit-Angebot.
Was eine Freebet rechnerisch wert ist
Eine Freebet ist im Erwartungswert weniger wert als ihr Nominalbetrag, weil der Einsatz im Gewinnfall nicht zurückgezahlt wird und der Buchmacher seine Marge in die Quote eingepreist hat. Für eine Beispielrechnung mit einer 10-€-Freebet auf eine Zwei-Wege-Wette zu Quoten von 1,90 und 1,90 ergibt sich Folgendes: Die Auszahlungsquote des Marktes liegt bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,5263, die Marge bei 1 − 0,5263 = 0,4737 – rund 47 %. Der erwartete Bruttogewinn aus der Freebet ist 10 € × 1,90 × 0,5263 = 9,9985 € – abzüglich des nicht zurückgezahlten Einsatzes von 10 € ergibt sich ein erwarteter Nettowert von knapp 0 €. Das ist die untere Grenze: Eine Freebet auf einer Zwei-Wege-Werte zu fairen Quoten 1,90/1,90 ist unter Berücksichtigung von Marge und nicht zurückgezahltem Einsatz rechnerisch fast wertlos, weil der Buchmacher die Hälfte des Marktes als Marge einbehält.
Anders sieht es aus, wenn die Freebet auf einer Wette mit niedrigerer Marge platziert wird – etwa auf einer Einzelwette zu einer Quote, die der Buchmacher allein anbietet, ohne Gegenquote. Für eine Freebet auf eine Einzelwette zu einer Quote von 3,00 – einem Drei-Wege-Markt vergleichbar, bei dem die anderen beiden Ausgänge nicht quotiert sind – liegt der erwartete Bruttogewinn bei 10 € × 3,00 = 30 €, weil der Buchmacher bei einer Einzelwette die Marge nicht auf zwei Quoten verteilt, sondern auf die implizite Wahrscheinlichkeit der einen Quote. Die Marge einer Einzelwette auf eine Außenseiter-Wahrscheinlichkeit von 33 % und eine Quote von 3,00 liegt bei rund 1 % – der erwartete Nettowert der Freebet liegt damit bei rund 30 € × 0,99 − 10 € = 19,70 €.
Die Bandbreite, in der eine 10-€-Freebet ihren Erwartungswert entfaltet, reicht also von nahe null auf einer Zwei-Wege-Wette mit hoher Marge bis zu knapp 20 € auf einer Einzelwette mit niedriger Marge. Das ist die Spanne, in der sich jede No-Deposit-Aktion in Deutschland rechnerisch bewegt – und der Grund, warum eine Freebet ohne Einzahlung nicht automatisch ein Geschenk ist, sondern eine Wette darauf, ob der Spielende den Wert der Freebet in einem Markt mit niedriger Marge realisieren kann.
Legale und illegale Angebote: Wo eine Freebet in Deutschland stattfinden darf
Eine Freebet darf in Deutschland nur von Anbietern beworben und ausgegeben werden, die eine Erlaubnis der GGL nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV haben – und diese Erlaubnis wird über die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV geführt. Die Whitelist ist die einzige zuverlässige Quelle: Eine .de-Domain allein beweist nichts, eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht, und die GGL hat in einer Verbraucherwarnung vom 17. September 2026 ausdrücklich vor Angeboten wie Platincasino gewarnt, weil sie ohne deutsche Erlaubnis agieren.
Die Whitelist-Snapshot vom 02.10.2026 führt 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei Inhaber reiner Pferdewetten-Erlaubnisse. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber nicht jede .de-Domain ist gelistet. Die Erlaubnis wird für eine konkrete Domain erteilt – die Erlaubnis für bet365 ist die Hillside (Europe) ENC, die Erlaubnis für VBet ist die SCGO Limited. Eine zweite Domain desselben Inhabers braucht eine zweite Erlaubnis.
Die Erlaubnis ist befristet: Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, nicht das Enddatum, weil Folgeanträge in der Whitelist als eigenständige Einträge geführt werden – für bet-at-home ist die Folgeantrags-Erlaubnis der 22.12.2022, für Tipico der 09.12.2022, für ODDSET der 15.12.2022. Die Erlaubnis deckt nur den gelisteten Domain-Bereich – wer bei einem Anbieter Casino spielt, nutzt eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln, auch wenn die Marke identisch ist.
Die Spielbank, die eine Freebet ohne deutsche Erlaubnis anbietet, hat keine der genannten Pflichten zu erfüllen: keine LUGAS-Limitdatei, kein OASIS-Sperrsystem, keine Wettsteuer-Aufsicht durch die deutsche Finanzverwaltung, keine 5,3 %-Wettsteuer auf den um die Steuer bereinigten Einsatz, kein 1.000-€-Monatslimit und keine Schlichtungsstelle der GGL. Im Streitfall bleibt der Spielende auf sich gestellt – die EuGH-Vorlage des BGH vom 25.07.2024 zeigt, dass eine Rückforderung in Einzelfällen möglich ist, aber kein Anspruch ist, der einem konkreten Spieler zusteht.
Strafrechtlich ist das Angebot ohne Erlaubnis nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, das Bewerben nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht – verfolgt wird in der Praxis die Anbieterseite, nicht die Spielenden. Das ändert nichts daran, dass der Spielende auf einem illegalen Markt weder OASIS-Schutz noch LUGAS-Limits hat und im Konfliktfall auf den Anbieter angewiesen ist, der sich nicht an deutsches Recht hält.
Werbe- und Aktionsrecht: Was die GGL den Anbietern erlaubt – und was nicht
Werbung für Glücksspiel darf in Deutschland nur von Erlaubnisinhabern gemacht werden (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Das gilt auch für Freebets und No-Deposit-Aktionen: Wer eine Gratiswette bewirbt, ohne im Besitz einer deutschen Erlaubnis zu sein, verstößt gegen das Werbeverbot. Die Folgebeschränkungen aus § 5 Abs. 3 GlüStV – das Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr – betreffen Online-Casinospiele, Online-Poker und Spielautomaten, nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: Keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionsträgern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.
Der GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt oder Mindestquoten festlegt – Umsatzanforderungen, Mindestquoten und Fristen kommen allein aus den AGB des jeweiligen Anbieters. Die GGL überwacht, dass die AGB nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen; sie setzt keine konkreten Bonuslimits. Das ist der Grund, warum die Werbeaktionen so unterschiedlich ausfallen: bpremium verlangt das Fünffache von Bonus und Einzahlung, Tipwin das Siebenfache, Winamax gar keine Umsatzbedingung für die Freebets, sondern nur eine einmalige Umsetzung der Einzahlung bei Quote 1,05.
Promo-Codes – also Gutscheincodes, die einen Bonus freischalten – werden in den AGB der Anbieter geregelt, sind aber nicht dauerhaft verfügbar. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, sollte die AGB lesen, nicht nach einem Code suchen, denn ein Code, der heute funktioniert, ist morgen oft ungültig.
Freebet und Sportwettensteuer: Was die 5,3 % für die Gratiswette bedeuten
Die Wettsteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Wettsteuer selbst“. Das ist ungefähr 5,03 % des eingezahlten Betrags, weil die Bemessungsgrundlage 100 / 105,3 = 0,9496 des Bruttoeinsatzes ist. Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung – manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Bruttogewinn ab, andere übernehmen sie.
Für die Freebet heißt das: Gewinnt eine 10-€-Freebet auf eine Quote von 2,50, zahlt der Anbieter 25 € aus – nicht 25 € minus 10 € Einsatz, denn der Einsatz ist bei der Freebet bereits verloren, sondern 25 € Bruttogewinn. Zieht der Anbieter die Wettsteuer vom Gewinn ab, bleiben 25 € − 5,3 % × (25 € / 1,053) = 25 € − 1,26 € = 23,74 €. Übernimmt der Anbieter die Steuer, bleiben 25 €. Bei einer 10-€-Freebet auf eine Quote von 1,90 sind es 19 € Bruttogewinn, mit Steuerabzug etwa 18,04 €. Die Marge, die der Buchmacher ohnehin eingepreist hat, schmälert den Wert zusätzlich.
Die Wettsteuer ist keine Freebet-spezifische Größe – sie schmälert jede Wette. Bei der Freebet ist sie nur sichtbarer, weil die Werbung mit dem Nominalbetrag der Freebet wirbt und nicht mit dem, was nach Einsatz, Marge und Steuer übrig bleibt.
Livewetten, Cashout und Freebets: Welche Funktionen mit Gratiswetten funktionieren
Livewetten sind im deutschen Sportwetten-Markt eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf „nächstes Tor“, „nächster Satz“ oder ähnliche Komponenten gewettet werden, wenn solche Ereignisse im Sport selten sind (§ 21 Abs. 4 GlüStV). Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein. Diese Einschränkung gilt unabhängig davon, ob mit Echtgeld oder mit Freebet-Geld gewettet wird – die Freebet erweitert das Livewetten-Programm nicht.
Cashout ist eine Funktion des Anbieters, nicht des Glücksspielstaatsvertrags – die GGL hat dazu keine Regelung erlassen. Die Anbieter regeln Cashout in ihren AGB, und die Regel ist einheitlich: Für Wetten, die mit Freebet- oder Bonusgeld platziert wurden, ist Cashout nicht verfügbar. Das gilt für Interwetten, MERKUR BETS, Winamax und Sportingbet gleichermaßen. Wer eine Freebet aktiviert, hat darauf keinen Cashout-Anspruch.
Betbuilder und Kombi-Boost sind Funktionen, die mit Freebets eingeschränkt nutzbar sind. bwin wirbt im App Store mit einem Kombi-Boost und Quoten-Boost, die für Echtgeld-Wetten verfügbar sind. Bet365 bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator ab drei Auswahlen und kombinierten Quoten ab 2,00 sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten. Beide Boosts gelten in der Regel nicht für Wetten, die mit Freebet-Geld platziert wurden – das ist eine AGB-Frage, die im Einzelfall geprüft werden muss.
Freebets ohne Einzahlung: Was in Deutschland realistisch verfügbar ist
Eine Freebet ohne Einzahlung ist im deutschen Markt die Ausnahme, nicht die Regel. Die No-Deposit-Freiwetten, die 2026 verfügbar waren oder sind, folgen drei Mustern: Sie sind an ein großes Sportereignis gebunden (bet-at-home und die WM-Gratiswette), sie sind an eine Verifikations- oder Anmeldeaktion gekoppelt (Anbieter, die Neukunden eine Gratiswette nach abgeschlossener Verifizierung gutschreiben), oder sie sind an eine Bestandskunden-Aktion gebunden, die unabhängig von einer Einzahlung ausgezahlt wird (wie der MERKUR BETS CLUB für die wöchentliche 5-€-Freebet).
Die Werbung suggeriert mit „Freebet“ oft eine Universalverfügbarkeit, die in Deutschland so nicht besteht. Die GGL-Whitelist reguliert das Angebot, die Limitdatei LUGAS setzt den Rahmen, und die AGB der Anbieter entscheiden, was tatsächlich ausgezahlt wird. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, sollte die Aktionsseite des Anbieters regelmäßig prüfen, weil solche Aktionen oft zeitlich befristet und an ein Event gebunden sind. Dauerhaft verfügbare No-Deposit-Freiwetten sind im regulierten deutschen Markt selten.
Auszahlung und Verifizierung: Wann das Geld aus der Freebet fließt
Eine Auszahlung von Gewinnen aus einer Freebet ist erst möglich, wenn das Konto vollständig verifiziert ist (§ 6a GlüStV). Vor der Verifizierung gilt eine Übergangsphase von 72 Stunden, in der 100 € eingezahlt und keine Auszahlung vorgenommen werden darf. Freebets, die in dieser Phase genutzt werden, schreiben Gewinne gut, die aber erst nach der Verifizierung ausgezahlt werden.
Bei Anbietern wie Tipwin, die Auszahlungen an die Erfüllung der Umsatzbedingungen knüpfen, ist eine Auszahlung erst möglich, wenn der Bonus durchgespielt ist. Liegt nach einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto, wird die Auszahlung gesperrt, bis die Bedingungen erfüllt sind. Bei Winamax muss die Einzahlung einmal bei Quote 1,05 umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist – das ist eine vergleichsweise niedrige Hürde, die im Wesentlichen verhindert, dass Geld eingezahlt und sofort wieder ausgezahlt wird, ohne dass eine Wette platziert wurde.
Die Auszahlung selbst erfolgt nach den AGB des Anbieters – die GGL schreibt vor, dass Spielerguthaben auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto liegt und bei Kontoschließung innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt wird (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV). Welche Zahlungsmethoden der Anbieter anbietet, ist seine eigene Entscheidung – nur Zahlungsmittel auf den Namen der spielenden Person sind zulässig, anonyme Zahlungsmittel und Kryptowährungen sind ausgeschlossen.
Häufige Fragen
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland eine Freebet ohne Einzahlung?
Eine dauerhaft verfügbare Freebet ohne Einzahlung ist im GGL-regulierten Markt die Ausnahme. Anbieter auf der Whitelist koppeln No-Deposit-Freiwetten typischerweise an ein Ereignis, an eine Verifizierung oder an eine Bestandskunden-Aktion. Wer eine solche Aktion sucht, prüft die Aktionsseite des Anbieters regelmäßig, weil die Aktionen oft zeitlich befristet sind.
Wird der Einsatz einer Freebet zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei einer Freebet wird der Einsatz im Gewinnfall nicht zurückgezahlt – das ist die zentrale Mechanik, die eine Freebet von einem Cash-Bonus unterscheidet. Aus einer 10-€-Freebet auf eine Quote von 2,50 werden 25 € ausgezahlt, nicht 35 €; bei einer Quote von 1,90 sind es 19 € statt 29 €. Der Einsatz ist verloren, sobald die Wette platziert ist.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einer Gratiswette?
Umsatzbedingungen legen fest, wie oft ein Bonus- oder Einzahlungsbetrag eingesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Die Mindestquote legt fest, ab welcher Wettquote die Einsätze für den Umsatz zählen – bei Tipwin sind es 1,80 je Wettschein, bei bpremium 1,7, bei Winamax 1,05 für die Einzahlungsumsetzung. Wer eine Freebet aktiviert, sollte die Quote-Untergrenze kennen, weil Wetten darunter nicht zum Umsatz zählen und die Frist weiterläuft.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus einer Freebet aus?
Die Wettsteuer schuldet der Veranstalter, nicht die spielende Person. Ob und wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung – manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Bruttogewinn ab, andere übernehmen sie. Bei einer 10-€-Freebet auf eine Quote von 1,90 sind es 19 € Bruttogewinn; mit Steuerabzug etwa 18,04 €. Die Wettsteuer schmälert den Freebet-Wert zusätzlich zur Buchmachermarge und zum nicht zurückgezahlten Einsatz.
Woran ist zu erkennen, ob ein Anbieter mit Freebet-Aktion auf der GGL-Whitelist steht?
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist die einzige zuverlässige Quelle. Sie führt die Inhaber der deutschen Sportwetten-Erlaubnis mit Domain und Erlaubnisdatum. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis, eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Wer eine Freebet ohne Einzahlung bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag annimmt, bewegt sich außerhalb der deutschen Aufsicht.
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